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Meningitis verursacht Viertelmillion Todesfälle weltweit

Heute, 11:24 · Lesedauer 2 min

Weltweit sterben jedes Jahr eine Viertelmillion Menschen an einer Hirnhautentzündung - besonders viele von ihnen in Afrika. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Samstag in der Fachzeitschrift "Lancet Neurology" veröffentlichte Studie von Forschern aus den USA, die ihren Verfassern zufolge die bisher umfassendste globale Einordnung von Meningitis-Erkrankungen liefert. Demnach sind ein Drittel der Todesopfer Kinder.

Der Studie des im US-Bundesstaat Washington ansässigen Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) zufolge starben 2023 rund 259.000 Menschen infolge einer Hirnhautentzündung - besonders viele von ihnen im "afrikanischen Meningitisgürtel", der vom Senegal bis Äthiopien reicht. Besonders betroffen waren demnach Nigeria, der Tschad und der Niger. Viele Fälle würden hier gar nicht gemeldet, weshalb die Zahl der Erkrankungen und Todesfälle infolge einer Meningitis-Erkrankung höher liegen könnte.

Eine Meningitis äußert sich durch eine Entzündung des Gewebes rund um das Gehirn und das Rückenmark, die meistens durch eine Infektion mit Viren, Bakterien, Pilzen oder anderen Mikroorganismen verursacht wird. Besonders gefährlich ist eine Infektion mit Bakterien. Häufigste Symptome sind Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit und Fieber.

Zuletzt hatte es einen durch Bakterien verursachten Meningitis-Ausbruch mit zwei Toten in der britischen Grafschaft Kent gegeben. Mehr als 10.000 Menschen ließen sich dort in der Folge impfen, Tausende weitere wurden vorbeugend mit Antibiotika behandelt. Inzwischen sinken die Fallzahlen dort wieder.

Die Studienautoren warnen davor, dass das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gesetzte Meningitis-Ziel für 2030 verfehlt werden könnte. Die WHO hatte es sich zum Ziel gesetzt, die Zahl bakterieller Infektionen bis 2030 um 50 Prozent und die der Todesfälle um 70 Prozent gegenüber dem Niveau von 2015 zu senken. Der Studie zufolge sinkt die Zahl der Infektionen und Todesfälle nur um die Hälfte der Rate, die für die Erreichung des Ziels notwendig wäre.

Zusammenfassung
  • Weltweit sterben laut einer US-Studie jährlich rund 259.000 Menschen an Meningitis, wobei besonders viele Fälle im afrikanischen 'Meningitisgürtel' auftreten und ein Drittel der Opfer Kinder sind.
  • Die meisten Todesfälle werden in Ländern wie Nigeria, Tschad und Niger verzeichnet, wobei viele Erkrankungen gar nicht gemeldet werden und die Dunkelziffer entsprechend höher liegen könnte.
  • Die WHO-Ziele, die Zahl bakterieller Meningitis-Infektionen und Todesfälle bis 2030 deutlich zu senken, werden voraussichtlich verfehlt, da der Rückgang der Fallzahlen nur halb so schnell erfolgt wie notwendig.