APA - Austria Presse Agentur

Mann nach Explosion in Langenzersdorf tot geborgen

29. Jan 2021 · Lesedauer 2 min

Am Freitag hat sich in einem Mehrparteienhaus in Langenzersdorf (Bezirk Korneuburg) eine Explosion ereignet. Mehrere Menschen wurden verletzt, eine Person, die als vermisst galt, konnte nur noch tot geborgen werden.

Am frühen Abend herrschte Gewissheit: Nach der Explosion in einem Mehrparteienhaus in Langenzersdorf (Bezirk Korneuburg) Freitagfrüh wurde den ganzen Tag über eine Person vermisst. Der nach Berichten 60-jährige Mann konnte nur noch tot geborgen werden. Er lag unter den Trümmern, teilte Feuerwehrsprecher Franz Resperger mit.

Laut Sonja Kellner, der Sprecherin des Roten Kreuzes Niederösterreich, wurden am Vormittag vier Personen mit leichten Blessuren und ein Schwerverletzter gezählt. Nach Angaben von Franz Resperger vom Landesfeuerwehrkommando stand das Gebäude in Vollbrand. Etwa 150 Helfer bekämpften die Flammen.

Stockwerk weggerissen

Die Explosion habe sich kurz vor 8.00 Uhr ereignet, sagte Stefan Spielbichler von Notruf Niederösterreich. Das obere Stockwerk des Objektes wurde teilweise weggerissen. Neben den Crews von "Christophorus 3" und "Christophorus 9" waren auch Notärzte, Rettungshunde, und der Katastrophenhilfszug der Feuerwehr in Langenzersdorf im Einsatz. Die Berufsfeuerwehr und die Berufsrettung Wien entsandten ebenfalls Helfer. An Ort und Stelle war außerdem ein Polizeihubschrauber.

Fünf Verletzte in Krankenhäuser gebracht - zehn weitere Personen werden betreut

Die Verletzten wurden laut Kellner in drei unterschiedliche Krankenhäuser gebracht. Als aufnehmende Kliniken galten Korneuburg, Stockerau sowie das SMZ-Ost in Wien. Zehn weitere Personen wurden im Langenzersdorfer Gemeindesaal vom Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes betreut.

Bewohner dürfen nicht zurück in ihre Wohnung

Laut Resperger durften in dem von der Explosion betroffenen Trakt des Objektes die Mieter nicht zurück in ihre Wohnungen. Sie seien großteils bei Familienangehörigen und Freunden untergebracht worden. Die Feuerwehr blieb dem Sprecher zufolge am Ort der Explosion und hielt Brandwache. Abbrucharbeiten sollen Samstagfrüh fortgesetzt werden.

"Völlig verwüstet"

Resperger zufolge wurden die Wohnungen im dritten und vierten Stock des Objektes "völlig verwüstet". Die Feuerwehr bot mehrere Drehleitern auf. Möglich war vorerst nur ein Außeneinsatz. "Ein Innenangriff ist zu gefährlich" verwies Resperger auf die drohende Einsturzgefahr. Eine Person wurde mittels Leiter gerettet. Ob sich weitere Menschen in dem Mehrparteienhaus befinden, könne man derzeit nicht sagen, sagte Resperger am frühen Vormittag.

Das Gelände rund um das Objekt wurde großräumig abgesperrt. Kellner berichtete von aufsteigenden Rauchschwaden. Mehrere Personen würden sich außerhalb des abgesperrten Bereichs befinden. "Die Menschen sind alle sehr ruhig", betonte die Sprecherin.

 

PULS 24 Chefreporterin Magdalena Punz am Nachmittag vor Ort in Langenzersdorf

Bürgermeister: "Fürchterlich"

Bürgermeister Andreas Arbesser (ÖVP) gab im Gespräch mit der APA an, das Geschehen "als fürchterlich" zu empfinden. Das Obergeschoß des Mehrparteienhauses sehe aus "wie nach einem Bombentreffer". Die im Gemeindesaal untergebrachten Personen würden "mit dem Notwendigsten versorgt". Nach der Beseitigung der Flammen liege ein Hauptaugenmerk auf der statischen Sicherung des Objekts, blickte Arbesser voraus.

Lukas Schauer, Sprecher der Wiener Berufsfeuerwehr, berichtete auf APA-Anfrage von etwa 50 Helfern mit knapp einem Dutzend Fahrzeugen, die sich in Langenzersdorf im Assistenzeinsatz befanden. Zu ihnen zählten auch Mitglieder der Schallortungsgruppe und der Rettungshundestaffel des Landesfeuerwehrverbandes. Die Unterstützung bleibe aufrecht, "so lange man uns braucht", sagte Schauer.

Quelle: Agenturen / Redaktion / moe