Massentests: Positivrate fast überall unter 0,5 Prozent - Bevölkerung mit Durchführung zufrieden

07. Dez 2020 · Lesedauer 6 min

Laut einer Online-Befragung ist die Bevölkerung ist mit der Durchführung der Massentests durch das Bundesheer zufrieden. Das Bundesheer selbst zog eine positive Zwischenbilanz. Die Positivrate lag sowohl bei den Pädagogen- als auch bei den allgemeinen Massentests praktisch überall unter 0,5 Prozent.

Die Bevölkerung ist mit der Durchführung der Massentests durch das Bundesheer zufrieden. Das kam bei einer Online-Befragung der Test-Teilnehmer heraus. 2.611 nahmen daran teil - die meisten mit 61 Prozent hatten zuvor eine Teststraße in Wien besucht. 89 Prozent gaben an, das sie den Einsatz des Bundesheeres voll und ganz befürworten. Die Organisation der Massentests befanden so gut wie alle Umfrage-Teilnehmer als ausgesprochen positiv.

94 Prozent meinten, die Organisation sei "sehr gut" und fünf Prozent befanden sie für "gut". Auch mit der Behandlung durch Bundesheerangehörige waren so gut wie alle Befragten (98 Prozent) zufrieden.

Testungen in Wiener Messe ohne Anmeldung

Der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) sagte bei einem Medientermin, dass die Teilnahme an den Corona-Massentestungen in der Wiener Messe künftig ohne vorherige Anmeldung möglich ist. Dadurch solle die Teilnahme vor allem für ältere Personen erleichtert werden, sagte Ludwig am Montag. Bundeskanzler Sebastian Kurz, der ebenfalls an dem Termin teilnahm, befürwortete die Initiative.

Image-Verbesserung

Die Durchführung der Massentests dürfte auch das Image des Bundesheeres verbessert haben - das gaben zumindest mehr als sechs von zehn Befragte an. 30 Prozent meinten, ihr persönlicher Eindruck vom Bundesheer habe sich "stark verbessert" und 33 Prozent konstatierten "eher verbessert".

Insgesamt gab rund jeder Zehnte an, dem Bundesheer eher negativ gegenüberzustehen, knapp die Hälfte konstatierten eine "sehr positive" Einstellung und 38 Prozent eine "eher positive". In Wien gab es mit zehn Prozent die meisten Befragten, die dem Bundesheer negativ gegenüberstehen, in Kärnten wiederum waren dies lediglich drei Prozent. Am kritischsten äußerte sich die Altersgruppe der 18 bis 29-Jährigen, hier gaben 18 Prozent an, eine "eher" oder "sehr negative" Haltung zu haben.

Das Bundesheer hatte mittels Plakate in allen Teststraßen in Österreich zur Feedback-Befragung eingeladen. Laut Eigenangaben nahmen daran neben der Allgemeinbevölkerung auch Lehrpersonal (27 Prozent), Einsatzkräfte (fünf Prozent) und Kindergartenpädagogen (vier Prozent) teil.

Ergebnisse der Massentests

Eine Schlussbilanz aus den Bundesländern folgt am Montag - einige testen noch länger. Die ersten Zahlen gibt es aber schon.

Vorarlberg

105.260 Personen haben sich an den dreitägigen Vorarlberger Corona-Massentests beteiligt - das war das vorläufige Endergebnis am Sonntagabend, nachdem die 80 Teststationen geschlossen hatten. 472 der Proben (0,45 Prozent) fielen positiv aus. Bezogen auf die Zahl der Testberechtigten (344.916) lag die Teilnahmequote bei 31,33 Prozent.

Tirol

220.713 Personen nahmen daran teil - das sind 32,05 Prozent aller Testberechtigten. 620 Personen wiesen im Bundesland ein positives Antigen-Testergebnis auf. Dies entspreche 0,28 Prozent aller durchgeführten Testungen

Wien

Am Freitag wurden im Zuge der Massentests insgesamt auch 107 PCR-Tests durchgeführt. Dies geschieht im Anschluss an ein positives Ergebnis beim Schnelltest. Davon ergaben 39 ein positives und 68 ein negatives Ergebnis, gab ein Sprecher von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) bekannt. Samstag: Von 112 Test sind 40 positiv, 50 negativ. 22 Proben sind noch in der Auswertung, hier liegt noch kein Resultat vor. Am Sonntag wurden 21.779 Tests durchgeführt - 81 Personen mit einem positiven Schnelltest-Ergebnis.

Insgesamt

Die Positivrate lag sowohl bei den Pädagogen- als auch bei den allgemeinen Massentests praktisch überall unter 0,5 Prozent. Kärnten war mit einer Positivrate von etwa 0,7 Prozent ein kleiner Ausreißer.

Massentests unter Pädagogen: Rund 300 positive Fälle

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) zog nach den Corona-Massentests der Pädagogen eine erste Bilanz. In sechs Bundesländern hätten 72 Prozent an den Tests teilgenommen. 0,24 Prozent davon fielen positiv aus - das sind rund 300 Personen. Faßmann kündigte auch einen weitere Massentestung der Pädagogen für Anfang Jänner an. 

Bundesheer zog positive Zwischenbilanz

Das Bundesheer hat am Sonntagnachmittag eine positive Zwischenbilanz zur Abwicklung der Corona-Massentests gezogen. An diesem Wochenende waren Soldaten in allen Bundesländern im Einsatz und dabei oft federführend in der Organisation. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) lobte die Arbeit: "Während sehr viele Tests negative waren, sind die Rückmeldung über die Arbeit unserer Soldatinnen und Soldaten durchwegs positiv." Insgesamt waren 6.847 Soldaten eingesetzt.

Überblick nach Bundesländern

In Wien waren 2.235 Soldaten im Einsatz. Die Massentestung der Bevölkerung Wiens funktioniere an den drei Standorten Messehalle, Marxhalle und Stadthalle "ausgezeichnet", so das Bundesheer. Auch das IT-System lief - nach Problemen am ersten Tag, dem Freitag - ohne Probleme. Am Sonntag wurden bis zum frühen Nachmittag rund 60.000 Personen getestet, mit geringer Positivitätsrate. Lob gab es auch für die Bevölkerung, die sich "äußerst diszipliniert" verhalte. Allerdings gab es freie Kapazitäten an den Standorten Messe Wien und Marxhalle.

In Niederösterreich wurden 1.027 Soldaten eingesetzt, die Zusammenarbeit mit den Freiwilligen, Rettungsorganisationen & Feuerwehr funktioniere sehr gut. In allen Bezirken seien die Bürgermeister zu den Teststationen gekommen, um sich den Ablauf anzusehen und daraus Erkenntnisse für die Flächentestungen der Bevölkerung am 12. und 13. Dezember zu gewinnen. Der Militärkommandant von Niederösterreich, Brigadier Martin Jawurek, bedankte sich bei seinen Mitarbeitern und sagte: "Wir sind in Vorbereitungen für nächstes Wochenende, wo wir etwa in gleicher Zahl in NÖ unterstützen werden."

Im Burgenland waren 670 Soldaten bei den Tests engagiert. Die Software funktioniere und erscheine "sehr nützlich", hieß es in der Bundesheer-Bilanz. Am Samstag wurden demnach 4.199 Menschen getestet, von denen fünf positiv waren.

700 Soldaten waren in Oberösterreich an den Massentests beteiligt, dabei wurden am Samstag 13.898 Schul- und Kindergartenmitarbeiter getestet, von denen 0,27 Prozent positiv waren.

In Salzburg waren 436 Soldaten im Einsatz. Es habe keine Wartezeiten bei den Teststationen gegeben, sagte der Militärkommandant von Salzburg, Brigadier Anton Waldner.

In Tirol waren 450 Soldaten bei den Massentests der Bevölkerung eingesetzt. Sie bildeten auch mobile Testteams, etwa für Behinderte, die in Heimen untergebracht sind und nicht selbst zu den Teststationen kommen konnten. Tirols Militärkommandant Brigadier Ingo Gstrein versicherte auch, dass das Heer noch Reserven habe, "um in der wachsenden Starkschneesituation in Osttirol bei Lawinenwarnstufe 5 zu helfen".

In Vorarlberg wirkten 116 Soldaten an den Massentests mit und waren für die Transportlogistik verantwortlich. Der gesamte Einsatz sei "reibungslos" abgelaufen.

Von reger Teilnahme an die 70 Prozent des pädagogischen Personals sprachen die 650 eingesetzten Soldaten in Kärnten. Es habe sich bewährt, mehrere Teststraßen je Station zu betreiben.

563 Soldaten waren es in der Steiermark, wo sich 19.973 Mitarbeiter aus dem Bildungswesen angemeldet hatten. Für sie wurden 21 Teststraßen mit 40 Spuren betrieben. 11.139 Menschen ließen sich bereits am Samstag testen, wie überall mit niedriger Positivrate. Lediglich 30 Tests ergaben eine Corona-Infektion. Das Militärkommando Steiermark gab bekannt, dass ein Getesteter sich im Schnitt 15 Minuten in einer Station aufhielten. Der Militärkommandant von Steiermark Brigadier Heinz Zöllner lobte auch die Mitarbeit der getesteten Bildungsmitarbeiter.

Quelle: Agenturen / Redaktion / moe