Maddie-Verdächtiger lebt in Unterkunft in Kiel
Der Verdächtige lebte wochenlang als Obdachloser in Kiel - in einem Waldstück, wie die Sprecherin der Stadt mitteilte. Das führte laut Bericht der "Kieler Nachrichten" zu Protesten von Anwohnern. Das Angebot einer Unterkunft in Kiel ist laut Sprecherin Ergebnis einer Fallkonferenz - also eines Fachgesprächs von Experten verschiedener Disziplinen.
Der wegen Sexualdelikten mehrfach vorbestrafte Mann war im September aus einer Justizvollzugsanstalt in Niedersachsen entlassen worden, nachdem er eine siebenjährige Haftstrafe unter anderem wegen Vergewaltigung abgesessen hatte. Die Staatsanwaltschaft in Braunschweig stuft ihn unabhängig davon als Verdächtigen im Fall der verschwundenen Maddie ein. Das gab sie 2020 bekannt, Anklage erhob sie deshalb bisher nicht.
Nach Einschätzung eines Gerichtsgutachters besteht bei ihm eine hohe Gefahr für weitere Straftaten. Es gibt aktuell aber keine rechtliche Grundlage für freiheitsentziehende Maßnahmen. Allerdings wurden im Rahmen der Führungsaufsicht Weisungen erteilt, welche die Rückfallgefahr mindern sollen. So muss der Verdächtige eine elektronische Fußfessel tragen und unter anderem regelmäßig Kontakt zu einem Bewährungshelfer halten.
Maddie war am 3. Mai 2007 kurz vor ihrem vierten Geburtstag aus der Ferienwohnung in einer Ferienanlage in Praia da Luz in Portugal verschwunden, während ihre Eltern in einem nahen Restaurant aßen. Der Verdächtige lebte nach Angaben deutscher Behörden früher zeitweise in Portugal. Trotz jahrelanger Suche fehlt von Maddie bisher jede Spur, der Fall sorgt seit jeher für ein großes internationales Medieninteresse.
Zusammenfassung
- Der im Fall Maddie McCann verdächtige Deutsche lebt nach seiner Entlassung aus einer siebenjährigen Haftstrafe nun in einer städtischen Unterkunft in Kiel und wird weiterhin polizeilich überwacht.
- Der Mann war zuvor wochenlang obdachlos in einem Waldstück in Kiel, was zu Protesten von Anwohnern führte, und trägt nun eine elektronische Fußfessel sowie Auflagen wie regelmäßigen Kontakt zu einem Bewährungshelfer.
- Obwohl die Staatsanwaltschaft Braunschweig ihn seit 2020 als Verdächtigen im Fall des seit 3. Mai 2007 verschwundenen britischen Mädchens Madeleine McCann führt, wurde bislang keine Anklage erhoben.
