APA - Austria Presse Agentur

LKH Amstetten: Keine "stille Triage", aber nur mehr ein Beatmungsplatz frei

11. Nov 2021 · Lesedauer 2 min

Auch in Niederösterreich spitzt sich die Situation in den Spitälern zu. Im LKH Amstetten soll es bereits eine sogenannte "stille Triage" geben. Das Spital dementiert dies, allerdings sei aktuell nur mehr ein Beatmungsplatz frei, heißt es gegenüber PULS 24.

In Oberösterreich explodiert aktuell nicht nur die Zahl der täglichen Neuinfektionen, auch die Auslastung an den Intensivstationen spitzt sich zu. Auch im benachbarten Niederösterreich füllen sich die Intensivstationen.

Wie PULS 24 aus vertrauenswürdiger Quelle zugetragen wurde, soll es im LKH Amstetten bereits eine "stille Triage" geben. Das heißt, manche Patienten mit geringer Überlebenschance sollen bei Verschelchterung ihres Zustandes gar nicht mehr von der Normal- auf die Intensivstation überstellt werden.

Im Landesklinikum Amstetten dementiert man diese Berichte auf Anfrage von PULS 24 allerdings entschieden: "Triage würde bedeuten, dass man Menschen sterben lassen muss, das ist selbstverständlich nicht der Fall", heißt es. Sehr wohl sind die Intensivkapazitäten aber bereits am Anschlag. Im LKH Amstetten sind 14 Beatmungsplätze vorhanden, davon sind aktuell bereits 13 belegt - fünf davon mit Covid-Patienten.

"Hohe körperliche und psychische Belastung"

Die deutlich steigenden Aufnahmezahlen führen zu einer "hohen körperlichen und psychischen Belastung" beim Personal und "vor allem wieder zur Notwendigkeit, geplante Operationen zu reduzieren, um die Kapazität der Ärzte und des Pflegepersonals auf der Intensivstation zu erhöhen", heißt es.

Akuteingriffe, aber auch onkologische Operationen würden "natürlich weiterhin durchgeführt, um ein Fortschreiten des Krankheitsverlaufes zu verhindern", versichert Sprecherin Gabriele Lehenbauer. Bei planbaren Eingriffen komme es aber zu Verschiebungen.

"Zahlen vergleichbar mit vorigem Jahr"

Wegen mangelnder Kapazitäten mussten zuletzt auch schon Patienten in andere Spitäler verlegt werden, so Lehenbauer. "Dafür gibt es zum Glück die regionsübergreifende Versorgungsstruktur."

Aber auch in anderen Krankenhäusern schwinden die Kapazitäten. "Die Zahlen sind durchaus vergleichbar mit dem vorigen Jahr im November", sagt Martina Schuller von der Landesgesundheitsagentur.

Stephan HoferQuelle: Redaktion / hos