APA/ERWIN SCHERIAU

Gewessler: Mellach wird doch nicht hochgefahren

19. Jan. 2023 · Lesedauer 2 min

Das steirische Kohlekraftwerk Mellach soll doch nicht reaktiviert werden, wie es aufgrund der Energiekrise bisher vorgesehen war.

"Wir haben aktuell andere Prioritäten", sagte Ministerin Leonore Gewessler am Donnerstag im Rahmen eines Biomasse-Kongresses in Graz vom ORF-Steiermark auf die Reaktivierung angesprochen. Man habe andere Maßnahmen gesetzt und sei für den Winter gut gerüstet. Die geplante Reaktivierung hatte allerdings auch keine parlamentarische Mehrheit gefunden.

Im Sommer Reaktivierung angekündigt

Im Sommer hatte die Klimaschutzministerin von den Grünen noch angekündigt, dass aufgrund eines drohenden Gasmangels das Kohlekraftwerk Mellach reaktiviert werden soll. "Der Plan war, es für diesen Winter in die Umsetzung zu bringen. Die SPÖ hat diesem Vorschlag nicht zugestimmt. Wir haben es dann Gott sei Dank durch andere Maßnahmen geschafft in einer Situation zu sein, wo wir sagen können, die Versorgungssicherheit ist gewährleistet", sagte Gewessler laut ORF. Nun ist die Sache demnach vom Tisch. Ein Sprecher der Politikerin war vorerst kurzfristig für die APA nicht erreichbar.

Gas-Speicher zu 87 Prozent gefüllt

Die heimischen Gas-Speicher sind aktuell zu 87 Prozent gefüllt. Das entspricht 83 Terawattstunden (TWh) Gas. Die Versorgungslage gesichert haben etwa der hohe Speicherstand zu Beginn des Winters und für die Jahreszeit hohe Temperaturen, hieß es am Donnerstag auch bei einem Hintergrundgespräch der Austria Gas Grid Management (AGGM) am Rande des Austrian Gas Infrastructure Day in Wien.

Ein hoher Speicherstand nach dem Winter ist im Sinne der Versorgungssicherheit aber trotzdem "fundamental", hieß es weiter. Das russische Gas zu ersetzen sei eine "Riesen-Herausforderung", insbesondere wenn die Speicherstände niedrig sind.

Mit Blick auf den kommen Winter hieß es bei der AGGM mit Blick auf den Winter 2023/24 und der bis dahin geplante Speicher-Wiederbefüllung zudem: "Mit den derzeit verfügbaren Transportkapazitäten aus Deutschland und Italien ist eine ausreichende Diversifizierung der Lieferquellen für Gas nicht möglich und kann das Speicherziel von 90 Prozent nicht erreicht werden", wenn kein Gas zum wichtigen Ostösterreichischen Hub nach Baumgarten kommt und Exporte in die Nachbarländer wie 2022 weitergehen.

Quelle: Agenturen / Redaktion / ddj