Kolba zu Causa Ischgl: "Wenn in Innsbruck ermittelt wird, dann wird nichts rausschauen"

24. Nov 2021 · Lesedauer 2 min

Peter Kolba, Obmann des Verbraucherschutzvereins, zeigt sich im PULS 24 Interview nicht überrascht von der Einstellung der Ermittlungen in der Causa Ischgl. Die zivile Amtshaftungsklage sieht er davon nicht beeinträchtigt.

Die Staatsanwaltschaft Innsbruck hat die Ermittlungen in der Causa Ischgl eingestellt. Der Obmann des Verbraucherschutzvereins Peter Kolba sieht darin kein Problem für die zivile Amtshaftungsklage, die sein Verein in Wien anstrebt. "Ich habe immer gesagt, wenn in Innsbruck ermittelt wird, dann wird nichts rausschauen", sagt er PULS 24 Anchorwoman Bianca Ambros.

Gegen Politiker, die laut seiner Ansicht klar verantwortlich seien - von der Bezirkshauptmannschaft über Landeshauptmann Günther Platter bis Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz (beide ÖVP) - sei gar nicht ermittelt worden. Die Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft würden zudem viele Informationen liefern, die die Ansicht des Verbraucherschutzvereins belegen, sagt Kolba.

"Gewinninteressen über Gesundheit gestellt"

So würde klar belegt, dass die Coronafälle in Ischgler Lokalen und Hotels vertuscht wurden. Auch dass sich isländische Touristen in Ischgl angesteckt haben, wurde laut Kolbas Ansicht zunächst bewusst unterschlagen. Zuletzt sei auch Ex-Kanzler Kurz verantwortlich, da er ohne Rücksprache die Abriegelung von Ischgl verkündete und dadurch für Abreisechaos und viele Ansteckungen gesorgt habe.

Das alles würde die zivile Amtshaftungsklage des Verbraucherschutzvereins stärken. "Man hat ganz klar Gewinninteressen oder ökonomische Interessen über die Gesundheit der Touristen gestellt. Das darf sich nicht im Nebel auflösen", so Kolba. Die Amtshaftungsklagen würden aber wohl noch Jahre dauern.

Stephan HoferQuelle: Redaktion / hos