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Knapp 100 Repair-Café-Initiativen in Österreich

16. Feb. 2026 · Lesedauer 2 min

Weniger neu kaufen, mehr herrichten - der Trend zum Reparieren hält an. Seit 2013 gibt es in Österreich sogenannte Repair Cafés, durch die viele alte Geräte eine zweite Chance erhalten. 2024 gab es in Österreich bereits 95 Repair-Café-Initiativen mit 863 Veranstaltungen an 227 Standorten, zeigt eine Studie von AK, Umweltdachverband und Re-Use Austria. Von 16.000 defekten Geräten wurden mehr als zwei Drittel erfolgreich repariert. Als Erfolgsfaktor gelten 1.900 Freiwillige.

"Ohne Freiwillige gäbe es keine Repair Cafés", sagte Maria Langsenlehner vom Umweltdachverband und Studienautorin am Montag bei einer Pressekonferenz in Wien. Die Freiwilligen organisieren, koordinieren und reparieren. Eine weitere zentrale Erkenntnis der Studie: Die Dichte an Repair Cafés ist in Tirol und Salzburg am höchsten, in Wien und Kärnten am niedrigsten. Besucherinnen und Besucher sind vor allem ältere Menschen und Familien, junge Menschen fehlen.

Die Idee zu Repair Cafés stammt ursprünglich aus Amsterdam, wo 2009 das erste entstand. Es handelt sich dabei vorwiegend um ehrenamtliche, lokal organisierte Initiativen, die Bürgerinnen und Bürger bei der Reparatur von kaputten Geräten unterstützen. Sie retten Geräte, die sonst im Müll landen würden, sparen Ressourcen, vermeiden Müll und schaffen zusätzlich Begegnungen und Gemeinschaft.

Repair Cafés tragen damit zu einer gelebten Kreislaufwirtschaft bei, wurde am Montag betont. "Repair Cafés sparen Geld, schonen Klima und Ressourcen. Das zeigt sehr gut: Kreislaufwirtschaft funktioniert, wenn man sie möglich macht", sagte Nina Birkner-Tröger von der Abteilung Konsumentenpolitik der AK Wien. "Die bundesweite Geräte-Retter-Prämie - vormals Reparaturbonus - flankiert die Arbeit. Sie erhöht das Bewusstsein für Reparatur statt Neukauf", ergänzte sie.

Trotzdem wünscht sich die Arbeiterkammer mehr Unterstützung für Initiativen wie Repair Cafés, diese sei nämlich regional sehr unterschiedlich. "Wo es Koordinationsstellen gibt, laufen Repair Cafés stabil - sie sparen Ressourcen, Geld und Müll. Wo nicht, stoßen Freiwillige schneller an ihre Grenzen", sagte Langsenlehner. Die AK verlangt daher die Aufnahme von Repair Cafés in Umwelt-, Klima- und Energieförderprogramme sowie die Stärkung des Rechts auf Reparatur, zum Beispiel durch verpflichtende Ersatzteile und Reparaturinformationen.

Die vorhandenen Repair Cafés seien mittlerweile etabliert und hätten sich professionalisiert, so Birkner-Tröger. Dennoch müsse die Infrastruktur noch ausgebaut werden, fordert sie. Dazu brauche es politische und finanzielle Unterstützung, auch das Bewusstsein in der Bevölkerung müsse noch erhöht werden.

Zusammenfassung
  • 2024 gab es in Österreich 95 Repair-Café-Initiativen, die 863 Veranstaltungen an 227 Standorten durchführten und dabei über zwei Drittel von 16.000 defekten Geräten erfolgreich reparierten.
  • Rund 1.900 Freiwillige engagieren sich in den Repair Cafés, die laut Studie besonders in Tirol und Salzburg zahlreich vertreten sind, während Wien und Kärnten die niedrigste Dichte aufweisen.
  • Die Arbeiterkammer fordert mehr politische und finanzielle Unterstützung sowie die Aufnahme von Repair Cafés in Umwelt-, Klima- und Energieförderprogramme, um die Infrastruktur weiter auszubauen und das Recht auf Reparatur zu stärken.