Klimakrise verstärkte laut Studie Waldbrände
Knapp 22.000 Menschen mussten im Süden des südamerikanischen Landes damals ihre Häuser verlassen. Die Flammen zerstörten 42.000 Hektar Wald. Im Nachbarland Argentinien brannten mehrere Feuer seit Anfang Jänner mehr als 60.000 Hektar nieder, etwa 3.000 Touristen mussten in Sicherheit gebracht werden. Auch der von der UNESCO als Welterbe gelistete Nationalpark Los Alerces, in dem bis zu 3.000 Jahre alte Bäume wachsen, war von den Bränden betroffen.
Die WWA-Forscher untersuchten für ihre Analyse Daten zu Wind, Temperaturen, Feuchtigkeit und den Niederschlägen zwischen November und Jänner. "Die Ergebnisse sind sehr klar: In den beiden Regionen lässt sich feststellen, dass der Klimawandel das Ereignis verstärkt hat", erklärte Clair Barnes vom Londoner Imperial College mit Blick auf die Brände. Dies sei der "gefährliche Fingerabdruck des Klimawandels".
So waren laut WWA in den Brandgebieten im Vorfeld "zwischen 20 und 25 Prozent weniger Niederschläge niedergegangen", als dies in einer "Welt ohne die Verbrennung fossiler Energieträger" wie Kohle und Erdöl der Fall gewesen wäre. Außerdem nennen die Forscher noch das Klima-Phänomen La Niña als einen Faktor, der zu der Trockenheit beigetragen habe - allerdings schwächer als die Folgen der Erderwärmung.
Diese Kombination habe zu einer "für die Brände förderlichen Trockenheit" geführt, erklärte Juan Antonio Rivera vom argentinischen Institut für Schnee-, Gletscher- und Umweltwissenschaften (Ianigla). Die ausgetrocknete Vegetation sei ein "ergiebiger Brennstoff" gewesen, der zur Ausbreitung und Dauer der Brände beigetragen habe.
Falsche Bepflanzung ebenfalls Treiber
Der Mensch habe außerdem durch die Anpflanzung von nicht heimischen Nadelbäumen statt weniger leicht entzündlicher Pflanzen zum Ausmaß der Brände beigetragen, erklärte Mauricio Santos Vega, Berater des Klima-Zentrums vom Roten Kreuz und Roten Halbmond. In Argentinien seien außerdem deutliche Kürzungen des Budgets für die Brandbekämpfung hinzugekommen, erklärten die WWA-Forscher.
"Mit einer Regierung, die den Klimawandel als Folge der menschlichen Aktivitäten leugnet, bei der die Natur einen zweitrangigen Platz einnimmt, sieht man sich leider mit Situationen konfrontiert, in denen Brände mehr Schäden anrichten, als sie müssten", kritisierte Rivera bei einer Online-Pressekonferenz mit Blick auf die klimaskeptische Haltung von Argentiniens ultraliberalem Staatschef Javier Milei.
Zusammenfassung
- Laut einer internationalen Studie hat der menschengemachte Klimawandel die Wahrscheinlichkeit für die extremen Wetterbedingungen bei den tödlichen Waldbränden in Chile und Argentinien um das 2,5- bis 3-fache erhöht.
- In Chile kamen Mitte Jänner mehr als 20 Menschen ums Leben, 22.000 mussten fliehen und 42.000 Hektar Wald wurden zerstört, während in Argentinien über 60.000 Hektar brannten und 3.000 Touristen evakuiert wurden.
- Neben dem Rückgang der Niederschläge um 20 bis 25 Prozent und dem Einfluss von La Niña trugen auch falsche Bepflanzung sowie gekürzte Mittel zur Brandbekämpfung zum Ausmaß der Katastrophe bei.
