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Kärntner Wolfabschuss: Risikowolf riss Schafe nicht

Ein DNA-Test zeigt nun, dass der in Kärnten geschossene Wolf die Schafe nicht gerissen hatte. Die Wölfin war in Österreich noch nicht registriert gewesen, es handelte sich aber trotzdem um einen Risikowolf.

Mitte November wurde im Kärntner Gailtal eine Wölfin "verfassungskonform" erschossen. Durch einen DNA-Test wurde nun bekannt, dass der Wolf das Schafrudel zuvor nicht gerissen hatte, aber er war trotzdem laut Wolfsverordnung ein Risikowolf.

Wolf wurde in Siedlung gesichtet

Ein Schadwolf ist ein Tier, das in einem Monat nachweislich 20 (oder in drei Monaten 35) Nutztiere auf einer Alm tötet oder verletzt. Risikowölfe sind solche, die sich wiederholt in Siedlungen vorwagen. Wenn versucht wird, so einen Wolf zu vertreiben und er sich dennoch wieder im besiedelten Gebiet blicken lässt, darf er geschossen werden. Diese Voraussetzungen trafen im Gailtal zu, es galt ein Radius von zehn Kilometern rund um den Sichtungsort - und in den dürfte sich Mitte November wohl die Wölfin verirrt haben.

Bereits Anfang November hatten massive Wolfsrisse in einer Gemeinde im Gailtal für Aufsehen gesorgt. Damals waren in einer Nacht mehr als 20 Schafe auf einer Weide gerissen worden. Wie DNA-Tests nun ergaben, wurden die Schafe von drei Wölfen getötet, teilte der zuständige Landesrat, Martin Gruber (ÖVP), am Mittwoch in einer Aussendung mit.

ribbon Zusammenfassung
  • Ein DNA-Test zeigt nun, dass der "verfassungskonforme" Wolfabschuss vor zwei Wochen, doch nicht im Einklang mit der Kärntner Wolfsverordnung war.
  • Die Wölfin war in Österreich noch nicht registriert gewesen, sie hätte nicht geschossen werden dürfen.