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56-Jähriger bei Lawinenabgang in Tirol verletzt

17. Feb. 2026 · Lesedauer 2 min

Bei einem Lawinenabgang im Tiroler Ischgl (Bezirk Landeck) sind Dienstagmittag zwei Skitourengeher komplett verschüttet worden. Ihr 31-jähriger Begleiter blieb verschont und konnte die beiden rasch orten und ausgraben. Während eine 28-Jährige unverletzt blieb, wurde ein 56-Jähriger verletzt. Die Lawinensituation in Tirol blieb weiterhin kritisch, in der Landeshauptstadt Innsbruck wurden daher Wanderwege gesperrt.

Die drei Deutschen befanden sich laut Polizei im Bereich der "Berglealpe" oberhalb von Mathon im Aufstieg, als es zu dem Lawinenabgang kam. Sie hielten Abstand voneinander, um die Schneedecke möglichst wenig zu belasten. Als der 56-Jährige eine Spitzkehre ausführte, löste sich rund 30 Meter über ihm ein Schneebrett. Er sowie die 28-Jährige wurden erfasst und trotz ausgelöstem Lawinenairbag vollständig verschüttet. Nachdem die beiden geborgen waren, wurde der Verletzte mit einer Oberschenkelverletzung vom Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen.

In Innsbruck wurden indes am Dienstag aufgrund der großen Lawinengefahr die Wanderwege auf der Nordkette gesperrt. Im westlichen Karwendelgebirge gilt - wie in großen Teilen Tirols - Lawinenwarnstufe 4 auf der fünfteiligen Skala. "Bitte meiden Sie unbedingt die betroffenen Wege - derzeit ist es dort leider zu gefährlich", sagte Bürgermeister Johannes Anzengruber (JA - Jetzt Innsbruck) in einer Aussendung. Gesperrt sind der Kollnerweg zwischen Höttinger Bild und Gramartboden, der Arzler-Alm-Weg und der Rosnerweg im Bereich der Mühlauer Klamm.

Seit dem Wochenende war die Lawinengefahr insbesondere im Westen des Bundeslandes deutlich angestiegen. Neuschnee, Wind und eine instabile Schneedecke bergen hohe Risiken. Der Lawinenwarndienst des Landes rief zu äußerster Zurückhaltung auf. Erst am Sonntag starben zwei 37-jährige Snowboarder am Stubaier Gletscher im freien Gelände unter einer Lawine.

Lawinenwarnstufe 4 galt am Dienstag in den Lechtaler und Allgäuer Alpen Ost, der Verwallgruppe sowie dem Silvrettagebirge Ost, dem Mieminger Gebirge und dem westlichen Karwendelgebirge. Zudem waren die Ammergauer Alpen Süd, Grieskogelgruppe, Samnaungruppe, Kaunergrat, Kühtai-Geigenkamm, Sellrain-Alpeiner Berge, Glockturmgruppe, Weißkugelgruppe, Gurgler Gruppe sowie die Stubaier Alpen Mitte betroffen. In anderen Teilen Nordtirols und in Osttirol herrscht Lawinenwarnstufe 3 und damit erhebliche Gefahr.

Zusammenfassung
  • Bei einem Lawinenabgang im Tiroler Ischgl wurden am Dienstagmittag zwei Skitourengeher komplett verschüttet, ein 56-Jähriger erlitt eine Oberschenkelverletzung und wurde mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen.
  • Die Lawinensituation in Tirol bleibt kritisch: In Innsbruck wurden Wanderwege auf der Nordkette gesperrt, und am Dienstag galt in mehreren Regionen Lawinenwarnstufe 4 auf der fünfteiligen Skala.
  • Seit dem Wochenende ist die Lawinengefahr im Westen Tirols deutlich gestiegen, erst am Sonntag kamen zwei 37-jährige Snowboarder am Stubaier Gletscher bei einem Lawinenabgang ums Leben.