Infektiologe Kollaritsch: "Keine zwingende Notwendigkeit alle Kinder zu impfen"

27. Mai 2021 · Lesedauer 2 min

Der Infektiologe Herwig Kollaritsch, der Mitglied des nationalen Impfgremiums ist, will die Entscheidung der EMA zur Zulassung des Corona-Impfstoffs für Über-12-Jährige abwarten bevor das nationale Impfgremium eine Empfehlung ausgibt, sagt Kollaritsch im PULS 24 Interview.

Am Freitag will die europäischen Zulassungsbehörde EMA ihre Entscheidung zur Zulassung des Corona-Vakzins von Biontech und Pfizer für Kinder und Jugendliche im Alter von zwölf bis 15 Jahren verlautbaren. Der Infektiologe Herwig Kollaritsch, der Mitglied des nationalen Impfgremiums ist, will diese Entscheidung erst einmal abwarten, wie er im PULS 24 Interview betont. Danach werde sich das Gremium darüber austauschen und eine Empfehlung verfassen. "Tatsache ist, dass man sich das sehr sehr genau ansehen wird", sagt Kollaritsch.

"Kein unmittelbarer Druck" für schnelle Entscheidung

Er hebt im Interview hervor, dass es derzeit keinen "unmittelbaren Druck" für eine schnelle Entscheidung der Frage gäbe. "Wir sind in einer relativen günstigen epidemiologischen Situation. Wir haben den Sommer vor uns, wo keine Schulen stattfinden", führt der Infektiologe als Gründe an. Außerdem bestehe derzeit "keine zwingende Notwendigkeit alle Kinder zu impfen". Der Fokus sollte vielmehr darauf liegen, alle Erwachsenen zu immunisieren.

Die Studie, die Pfizer für die Zulassung bei der EMA vorgelegt hat, zeige aber, dass der Corona-Impfstoff eine "gute Immunantwort und gute Wirksamkeit" bei 12- bis 15-Jährigen aufweise. "Hier brauchen wir uns keine Sorgen machen, dass der Wirkstoff weniger wirksam ist", meint Kollaritsch.

Für jüngere Kinder gäbe es hingegen noch keine Daten. Kollaritsch rechnet damit, dass hier eine Anpassung der Impfdosis notwendig werden könnte "und das ist ein länger andauernder Prozess, bis wir die Freigabe haben".

Quelle: Redaktion / apb