APA - Austria Presse Agentur

Impfstoff: Warum er nicht in Literflaschen geliefert wird

26. Jan 2021 · Lesedauer 2 min

Der Corona-Impfstoff wird in kleinen Ampullen geliefert. Virologe Norbert Nowotny hätte am liebsten ready-to-use Spritzen.

Zwischen fünf und sieben Impfdosen lassen sich aus einer Ampulle des Biontech/Pfizer-Impfstoff gewinnen. Etwa zehn sollen es bei Moderna sein. Überschaubare Größen, könnte man meinen, warum wird der Impfstoff nicht in Literflaschen geliefert, fragt sich mancher Leser. "Am besten wären ready-to-use Spritzen", erklärt Virologe Norbert Nowotny gegenüber PULS 24, dann kann bezüglich einer "Kontamination nichts passieren".

Ready-to-use bzw. Fertigspritzen kennt man zum Beispiel von der Grippeimpfung. Die wird vom Arzt ausgepackt, der Arm desinfiziert und gespritzt, erklärt Nowotny. Bei jeder Entnahme einer Impfdosis gibt es die Gefahr, dass es zu einer Kontamination, also einer Verunreinigung, kommt. Deswegen sei aus dieser Sicht auch der Moderna-Impfstoff besser, da dieser, anders als bei Biontech/Pfizer nicht mehr verdünnt werden müsse. Bei Impfstoffen gelte "je kleiner die Verpackung, desto besser" bzw. desto weniger kann bei der Verimpfung hygienisch schief gehen.

Das bestätigt auch Sabine Sommer, Sprecherin von Pfizer Österreich: "Man muss für jede Dosis das Vial (=Durchstechflasche) erneut anstechen und da kann es theoretisch passieren, dass man Keime in das Vial 'verschleppt'". Verunreinigung bzws. mikrobiologische Kontamination sei ein grundsätzliches Problem bei Multi-Dosis-Vials, "aus diesem Grund macht man auch Multi-Dose-Vials so klein wie möglich".

Dass trotz dieser Gefahr auf Ampullen und nicht auf fertige Spritzen gesetzt wird, erklärt Nowotny damit, dass es "schnell gehen musste" und damit die Spritzen-Variante "nicht möglich" ist.

Quelle: Redaktion / moe