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Immer mehr Staaten schicken Hilfsgüter nach Tonga

21. Jan. 2022 · Lesedauer 3 min

Die Vereinten Nationen (UN) gehen davon aus, dass die vom Vulkanausbruch in Tonga betroffenen Menschen kurz- und langfristig Lebensmittelhilfe benötigen. "Schon vor dem Vulkanausbruch war die Lebensmittelversorgung von 20 Prozent der Bevölkerung nicht gesichert", sagte ein Sprecher des Welternährungsprogramms (WFP) am Freitag in Genf. Nun seien durch Tsunami und vulkanischen Ascheregen viele Ackerflächen, der Viehbestand und die Fischerei stark in Mitleidenschaft gezogen.

Schätzungsweise seien bis zu 12.000 Menschen betroffen, die von der Landwirtschaft lebten, sagte WFP-Sprecher Tomson Phiri weiter. Aus Sicht des UN-Nothilfebüros (OCHA) ist die akute Gefahr durch den Vulkan noch nicht gebannt. Er sei noch aktiv, sagte OCHA-Sprecher Jens Laerke. "Wir sind noch nicht über den Berg." Nach Beobachtungen eines Vertreters der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist die Solidarität unter den Menschen auf Tonga groß, sie zeigten eine hohe Widerstandskraft und würden einander helfen.

Vor einer Woche hatte der Untersee-Vulkan Hunga-Tonga-Hunga-Ha'apai den Pazifik erschüttert. Die Eruption löste laut der Regierung von Tonga einen bis zu 15 Meter hohen Tsunami aus, der im Südseestaat schwere Zerstörungen angerichtet und mindestens drei Menschen tötete. Eine knappe Woche danach schicken immer mehr Staaten Hilfsgüter in das teilweise schwer verwüstete Königreich. So will Großbritannien mit Neuseeland und Australien zusammenarbeiten, um Trinkwasser, Zelte und Schutzausrüstung anzuliefern, teilte Außenministerin Liz Truss am Freitag mit. Die humanitäre Hilfe solle die zum Commonwealth gehörende Pazifiknation dabei unterstützen, die Folgen des "katastrophalen Ereignisses" zu bewältigen.

Der unterseeische Hunga-Tonga-Hunga-Ha'apai, der nur 65 Kilometer nördlich von Tongas Hauptstadt Nuku'alofa liegt, hatte am Samstag eine Wolke aus Asche und Gas wie einen Atompilz kilometerweit in die Höhe geschleudert. Experten zufolge war es einer der weltweit schwersten Ausbrüche seit Jahrzehnten. Tsunami-Wellen erreichten sogar weit entfernte Regionen wie Alaska, Japan und Südamerika.

Das Konsulat von Tonga bei der EU veröffentlichte Videoaufnahmen, die die schweren Schäden zeigen, die der Tsunami angerichtet hat. Viele Häuser in Küstennähe waren völlig zerstört, Vegetation niedergerissen, auf den Straßen lag eine Ascheschicht. Trinkwasser ist größtenteils verschmutzt. Die Regierung rief den Notstand aus.

Am Freitag soll auch ein Schiff der britischen Royal Navy von Tahiti aus in See stechen, das unter anderem Wasser und medizinische Ausrüstung transportiert. Ein australisches Flugzeug mit Hilfsgütern an Bord musste auf dem Weg nach Tonga mitten im Flug umdrehen nachdem die Crew über einen positiven Coronavirus-Fall informiert worden war. Tonga ist zwar dringend auf Hilfen angewiesen, jedoch verfolgt der coronafreie Inselstaat eine strenge Grenzkontrollpolitik und verlangt die kontaktlose Übergabe von Hilfsgütern.

Quelle: Agenturen