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Hungerkrise in Somalia durch Verlust von 700.000 Nutztieren

16. Feb. 2022 · Lesedauer 2 min

Aufgrund von Wetterextremen wie fehlenden Niederschläge in der Regenzeit und extremen Dürren als Folgen des Klimawandels, hat die Bevölkerung Somalias Viehherden mit fast 700.000 Tieren als Einkommensquelle und Nahrungsgrundlage verloren. "Wir brauchen eines und das ist Regen", meinte Walter Mawere, CARE-Koordinator für Kommunikation und Advocacy in Somalia, in einem Mediengespräch am Mittwoch.

7,7 Millionen Menschen brauchen humanitäre Unterstützung. 1,4 Millionen Kinder leiden an akuter Unterernährung. Eine weitere Folge des Klimawandels ist die Wasserknappheit, die vorwiegend die weibliche Bevölkerung betrifft - junge Mädchen müssen von der Schule zuhause bleiben und nach Wasser suchen.

Aufgrund extremer Dürre werden vorwiegend Kinder in Lagern untergebracht. Die Überfüllung dieser Quartiere, der Mangel an sauberem Trinkwasser, Unterernährung und fehlende Hygienemaßnahmen führen zu Krankheitsausbrüchen. "Hinter all diesen Zahlen stehen Familien, Frauen und Kinder, die nicht mehr in die Schule gehen können", so Mawere. Hinzu kommt eine neue Omikron-Welle, wobei nur 5,6 Prozent der Bevölkerung vollständig immunisiert ist.

Gründe für die aktuelle Notlage sind der Klimawandel, der Mangel an sauberem Wasser sowie soziale und politische Konflikte und Unsicherheiten. Besonders stark betroffen sind der Süden und das Zentrum Somalias, Puntland und ländliche Regionen.

Laut CARE-Länderdirektor für Somalia, Iman Abdullahi wird eine finanzielle Hilfe von 1,46 Milliarden US-Dollar (1,29 Milliarden Euro) benötigt. Davon seien bis heute 33,2 Millionen angekommen. "Das ist mit 97,7 Prozent die wahrscheinlich größte Kluft der letzten zehn Jahre", so Abdullahi.

Quelle: Agenturen