APA - Austria Presse Agentur

Heftige Schneefälle in Tirol und Vorarlberg: Straßen gesperrt, Lawinengefahr

15. Jan 2021 · Lesedauer 3 min

Wegen der heftigen Schneefälle herrscht in Teilen Vorarlbergs und Tirol weiterhin Lawinengefahr. Mehrere Straßen sind gesperrt oder unterbrochen, Zahlreiche Haushalte waren zeitweise ohne Strom. Erst am Wochenende soll sich die Lage entspannen.

Nach den starken Schneefällen am Donnerstag sind in Tirol Freitagvormittag nach wie vor einige Straßen wegen großer Lawinengefahr und umgestürzter Bäume gesperrt gewesen. Einzelne Orte wie Sölden im Ötztal oder St. Christoph am Arlberg waren vorerst nicht erreichbar. Auch Zugreisende sahen sich nach wie vor mit vereinzelten Einschränkungen konfrontiert. Auch in Vorarlberg musste die Feuerwehr seit Donnerstagabend rund 60 Mal ausrücken. Laut Angaben der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle räumten die Einsatzkräfte vor allem umgeknickte Bäume beiseite.

Im Bereich Imst und Roppen im Bezirk Imst waren zudem Freitagfrüh laut einem Bericht des "ORF Tirol" rund 200 Haushalte ohne Strom. Am Vormittag waren die Störungen jedoch großteils wieder behoben. In Vorarlberg kam es am Donnerstagabend zu einem Stromausfall, der 7.400 Anschlüsse in Höchst, Fußach und Gaißau (alle Bezirk Bregenz) betraf.

Mehrere Straßen in Tirol weiterhin gesperrt

Gesperrt waren vorerst weiter unter anderem die Lechtalstraße im Außerfern, die Felbertauernstraße zwischen Mittersill und Matrei in Osttirol sowie die Ötztal Straße zwischen Zwieselstein und der Hochalpenstraße und zwischen Huben und Sölden. Im Bahnverkehr war die Arlbergstrecke zwischen Landeck/Zams und Bludenz weiter gesperrt. Ein Schienenersatzverkehr mit Bussen wurde eingerichtet. Nach einer Einschätzung der Lawinenkommission von Donnerstagnachmittag soll die Arlbergbahnstrecke auch am Freitag bis voraussichtlich 16.00 Uhr unterbrochen bleiben. Zudem war die Brennerstrecke zwischen dem Brenner und Steinach weiter nicht befahrbar.

ÖBB-Sprecher Christoph Gasser-Mair im PULS 24 Interview über die Verkehrssperren nach den starken Schneefällen im Westen Österreichs.

In Tirol herrschte am Freitag indes weiter verbreitet große Lawinengefahr, also Stufe "4" der fünfteiligen Skala. Zu den Schneefällen gesellte sich nämlich stürmischer Wind im Hochgebirge, was zu gefährlichen Triebschneeansammlungen führen kann, warnte der Lawinenwarndienst.

Lawinengefahr weiterhin hoch

Die Lawinengefahr in Vorarlberg schätzte die Landeswarnzentrale verbreitet als groß ein. Damit herrschte in allen Höhenlagen die Warnstufe 4. Die Hauptgefahr gehe vom Neu- und vom frischen und älteren Triebschnee aus. Dieser liege auf einer ungünstigen Altschneeoberfläche und sei sehr störanfällig. Fernauslösungen und viele spontane Lawinen seien zu erwarten. Diese könnten sehr große Ausmaße annehmen, hieß es. Dadurch könnten auch exponierte Verkehrswege gefährdet sein. Die Zahl der spontanen Schneebrettlawinen werde im Tagesverlauf mit Abklingen der Niederschläge abnehmen.

Bernhard Anwander vom Lawinenwarndienst Vorarlberg im PULS 24 Interview über die derzeitige Lawinengefahr in Vorarlberg.

Gerade ältere umfangreiche Einwehungen seien überschneit und schwer zu erkennen. Einzelne Wintersportler könnten Lawinen daher sehr leicht auslösen. Unerfahrene sollten Aktivitäten abseits gesicherter Pisten unterlassen, so die Landeswarnzentrale. In Vorarlberg kamen über Nacht im ganzen Land weitere 50 bis 60 Zentimeter Neuschnee hinzu, in den Bergen auch mehr. Von Dienstagmittag bis Freitagfrüh fielen damit im Land 130 bis 150 Zentimeter Neuschnee, lokal auch mehr.

Quelle: Agenturen / Redaktion / hos