APA/GERT EGGENBERGER

Hacker lasen Daten von 80.000 Kärntnern aus

10. Juni 2022 · Lesedauer 2 min

Über 80.000 in Kärnten wohnhafte Menschen könnten bald einen Anruf vom Land bekommen. Denn so viele Stammdatenblätter von Niederlassungs- und Aufenthaltsbewilligungen wurden beim Hackerangriff der vergangenen Tage ausgelesen. Noch ist nicht klar, ob diese auch gestohlen wurden. Besonders im Visier der Hacker standen auch der Landeshauptmann selbst und sein Büro.

Daten von über 80.000 Personen, die ab 1999 eine Niederlassungs- und Aufenthaltsbewilligung bekommen haben, wurden Opfer des Hacks. Dazu kamen 4.000 Kontaktdaten des Veranstaltungsmanagements, 318 Datensätze von Personen, die geehrt wurden und knapp 200 Gigabyte Daten aus internem Schriftverkehr von Regierungsmitgliedern sowie Mitarbeitern. 

Meiste Daten von Peter Kaiser gestohlen

Im Visier der Hacker war auch der Schriftverkehr der Landesregierung und dabei vor allem der Landeshauptmann selbst und dessen Büro. Auch die Regierungsmitglieder Beate Prettner (SPÖ), Gaby Schaunig (SPÖ), Martin Gruber (ÖVP) und Sebastian Schuschnig (ÖVP) sowie deren Sekretariate seien betroffen.

Seite soll ab Freitag 18 Uhr wieder online gehen

Mehr als die Hälfte der 102 IT-Systeme der Kärntner Landesregierung seien in der Zwischenzeit wieder hochgefahren worden, so Kurath. Dabei wurden jene Systeme vorgezogen, wo Bürgerinnen und Bürger direkt Dienstleistungen beziehen können. Die zuvor angekündigte Hotline für Fragen rund um Datenschutz und den Hackerangriff sei nun unter der Nummer 050 536 53003 zu erreichen. Die Hotline ist auch am Wochenende von 8.00 bis 12.00 Uhr besetzt. Außerdem wurde die E-Mail-Adresse [email protected] eingerichtet und der Datenschutzbeauftragte könne unter der E-Mail-Adresse [email protected] kontaktiert werden. Zusätzlich soll ab Freitag um 18.00 Uhr zumindest ein Teil der Homepage der Kärntner Landesregierung (ktn.gv.at) wieder online gehen, auf der über präventive Maßnahmen und den Hergang des Hackerangriffs informiert wird.

Abschließend sagte Kurath: "Wir entschuldigen uns für diese Sache. Für den Hackerangriff können wir natürlich nichts, trotzdem sind dadurch Unannehmlichkeiten für die Bürgerinnen und Bürger entstanden." Vom Leak betroffene Personen würden jetzt informiert werden, eine entsprechende Meldung an die Datenschutzbehörde folge am Montag.

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam