APA - Austria Presse Agentur

Großes Ochsenauge wurde 2020 meist gesichteter Schmetterling

14. Apr 2021 · Lesedauer 2 min

Die Zahl der Österreicher, die im Jahr der Corona-Pandemie dem Aufruf gefolgt sind, Falter mit der "Schmetterlingsapp" festzuhalten, ist um 16 Prozent auf fast 19.000 im Vergleich zu 2019 gestiegen. Damals erklomm der Distelfalter nach einem starken Einwanderungsjahr den Spitzenplatz, 2020 hat diesen nun das Große Ochsenauge wieder zurückerobert. Bei den Teilnehmenden gewann der Niederösterreicher Momcilo Borek aus Ebreichsdorf mit 4.239 gemeldeten Schmetterlingen.

Wie die Organisatoren "Blühendes Österreich" und Global 2000 am Mittwoch mitteilten, folgen dem Großen Ochsenauge mit 6.518 Meldungen der Kaisermantel mit 6.187 Meldungen auf Platz zwei, auf dem dritten landete der Admiral mit 5.667 Meldungen. Insgesamt wurden 163 Tagfalterarten verzeichnet, mehr als drei Viertel aller in Österreich vorkommender Arten.

Niederösterreich weist mit 133 gemeldeten Tagfalterarten die höchste Artenvielfalt auf und liegt mit 47.738 Beobachtungen auch insgesamt an erster Stelle. Auf den Artenvielfalt-Plätzen folgen die Steiermark (116) und Vorarlberg (113). Bei der Anzahl an Beobachtungen liegt ebenfalls die Steiermark auf Platz zwei (21.173) und Oberösterreich auf Platz drei (19.662). Insgesamt wurden 147.120 Schmetterlinge gesichtet, fotografiert und für das "Citizen Science Projekt" von Blühendes Österreich und Global 2000 gemeldet. Das entspricht einem Zuwachs von rund 39 Prozent innerhalb eines Jahres. "Seit ich die Schmetterlings-App habe, bin ich ganz süchtig danach", wird Österreichs bester Falter-Dokumentierer Borek zu seiner Motivation zitiert.

Unter den 2020 gemeldeten Schmetterlingen wurden auch "Besonderheiten" gefunden, wie etwa einige der sogenannten "Wanderfalter". "Wissenschaftlich gesehen sind die zahlreichen Meldungen von Arten besonders erfreulich und hervorzuheben, die in Österreich nur selten gefunden werden. Beispiele sind Funde der Syrmischen Spannereule aus der Steiermark, des Kleinen Wander-Bläulings aus Vorarlberg und des Pelargonien-Bläulings aus Kärnten", resümierte der wissenschaftliche Betreuer der App und Schmetterlingsexperte Helmut Höttinger.

Agnes Zauner, Geschäftsführerin von Global 2000, hat Tipps, wie der Lebensraum der Falter möglichst groß bleibt: "In jedem Garten sollte es Bereiche geben, in denen auch Wildkräuter ungestört wachsen dürfen. Diese wilden Ecken, auch wenn sie nur klein sind, sind wertvolle Verstecke und Kinderstuben für gefährdete Tierarten wie etwa Schmetterlinge". Mit der Initiative "Nationalpark Garten" will die NGO erreichen, dass möglichst viele Teilnehmende mit Verzicht auf Pestizide, Kunstdünger und Torf in Gartenerden die Vielfalt in ihren Gärten weiter fördern.

(S E R V I C E - www.schmetterlingsapp.at)

Quelle: Agenturen