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Großbritannien plant Verhütungsmittel für Grauhörnchen

11. Juli 2022 · Lesedauer 2 min

In Großbritannien sollen aus Nordamerika eingeschleppte Grauhörnchen Verhütungsmittel verabreicht bekommen - damit die von ihnen bedrohten europäischen roten Eichhörnchen überleben können. Der oberste wissenschaftliche Berater des Umweltministeriums, Gideon Henderson, sieht "großes Potenzial" in der Methode. Sie werde roten Eichhörnchen dabei helfen, "wieder in ihre natürlichen Lebensräume zurückzukehren", sowie "den britischen Wald schützen und die Artenvielfalt vergrößern".

Hintergrund der Maßnahme ist die seit Jahrzehnten andauernde Ausbreitung der Grauhörnchen in Großbritannien - und die damit verbundene Verdrängung roter Eichhörnchen. Die eigentlich in Nordamerika heimischen Grauhörnchen waren in den 1870er Jahren erstmals nach Großbritannien eingeführt worden - und gewannen dort rasch die Oberhand. Zudem bedrohen die Grauhörnchen junge Bäume, da sie deren Rinde abziehen und sie dadurch schwächen und abtöten.

Wissenschaftler der Regierungsbehörde Animal and Plant Health Agency (APHA) planen, die Verhütungsmittel für Grauhörnchen Futter beizumischen. Zuvor hatte die APHA Versuche mit gesonderten Futterboxen in Waldgebieten in Nordengland und Wales vorgenommen. Dabei nutzten 70 Prozent der Grauhörnchen die Boxen, die mit einer Falltür versehen waren und für die meisten anderen Tiere nicht zugänglich waren.

In den Versuchen selbst wurden noch keine Verhütungsmittel verwendet. Laut Vanessa Fawcett von der Tierschutzorganisation Red Squirrels United Programme ist die Entwicklung solcher Mittel für Grauhörnchen aber weit fortgeschritten. Forschern der APHA zufolge wären die Mittel sowohl bei männlichen als auch bei weiblichen Tieren wirksam. Keulungen von Grauhörnchen haben sich als unwirksam erwiesen, da sich die Tiere schnell fortpflanzen.

In Großbritannien leben derzeit 2,7 Millionen Grauhörnchen - und nur noch 140.000 der kleineren roten Eichhörnchen. Die beiden Arten sind Nahrungskonkurrenten. Zudem sind Grauhörnchen Träger eines für die roten Eichhörnchen häufig tödlichen Virus.

Quelle: Agenturen