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Meloni will "il presidente", nicht Präsidentin sein

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Giorgia Meloni ärgert die italienische Linke: Die konservative Politikerin will mit der männlichen Bezeichnung ihres neuen Amts angesprochen werden, sie sieht sich als "der Ministerpräsident" (it. "il presidente del consiglio").

Um so absurder ist die Wahl, als sich beim Titel die weibliche und männliche Form nur im jeweiligen Artikel unterscheiden - "la presidente" anstatt "il presidente".

"Italiens erste Regierungschefin will sich mit einer männlichen Bezeichnung betiteln lassen. Ist die Bejahung des Weiblichen von der Chefin der Partei Fratelli d'Italia (Brüder Italiens) zu viel verlangt?", schrieb Laura Boldrini, Abgeordnete der Demokratischen Partei, in sozialen Netzwerken. Sie beklagte, dass bereits in dem Parteinamen Frauen ignoriert seien.

Ein "Bruder Italiens"

Kritik kam auch von der Gewerkschaft der italienischen Rai-Journalisten Usigrai. "Während Italien sich mühsam an die europäischen Normen für die Verwendung des Femininums in öffentlichen Ämtern und Berufen anpasst, erleben wir einen gefährlichen Rückschritt", so die Gewerkschaft in einem Schreiben. Sie bat alle Journalisten, auf die geschlechtsspezifische Sprache zu achten.

Die Gewerkschaft wies darauf hin, dass die kürzlich vom Rai-Verwaltungsrat verabschiedete Geschlechterpolitik des Unternehmens vorsehe, dass das Femininum zu verwenden sei, wo dies möglich sei. "Kein Kollege kann daher gezwungen werden, im Fall Melonis das Maskulinum zu verwenden, im Gegenteil, die Journalisten der RAI sind verpflichtet, in ihren Namen das Femininum zu verwenden", so Usigrai

Keine Feministin

Melonis Kabinett hat weniger Ministerinnen als das ihres Vorgängers Mario Draghi. Nur sechs Frauen gehören dem neuen Rechtskabinett an. In der Vorgängerregierung um Mario Draghi gab es acht Frauen unter 23 Mitgliedern.

ribbon Zusammenfassung
  • Die Neo-Ministerin Giorgio Meloni möchte mit der männlichen Form ihrer Berufsbezeichnung angesprochen werden (it. "il presidente del consiglio"),
  • Damit ärgert sie die gender-affinen Linksparteien.

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