Fünf Tote bei Messerangriff auf Kinderkrippe in Brasilien

05. Mai 2021 · Lesedauer 2 min

Ein 18-Jähriger soll in einer Vorschule im Süden Brasiliens drei Kinder und zwei Betreuerinnen getötet haben.

Ein junger Mann soll mit einem messerartigen Gegenstand in die Kinderkrippe "Aquarela" in der kleinen Gemeinde Saudades im Bundesstaat Santa Catarina eingedrungen sein und auf die Anwesenden eingestochen haben, wie die Militärpolizei der Region bekanntgab. Drei Kinder, keines älter als zwei Jahre alt, und zwei ihrer Betreuerinnen starben, ein weiteres Kind wurde verletzt.

Im Wickelraum versteckt

Zunächst war von zwei getöteten Kindern die Rede gewesen, später erklärte der Bürgermeister von Saudades, Maciel Schneider, im brasilianischen Fernsehen, den Tod eines dritten Kindes. Vor Ort habe sich eine Szene des Schreckens geboten, zitierte das Nachrichtenportal "G1" die Bildungssekretärin der Gemeinde, Gisela Hermann. Ein Zeuge berichtete, dass Betreuerinnen Kinder im Wickelraum versteckt und die Tür verriegelt hätten. Die getöteten Kinder waren laut "G1" unter zwei Jahre alt.

"Es ist der traurigste Tag unserer Geschichte", sagte Bürgermeister Schneider unter Tränen, als er im Fernsehen über die Ereignisse sprach. "Wir wissen nicht recht, wie wir uns verhalten sollen. Es ist meine erste Amtszeit, ich bin 35 Jahre alt, habe auch ein kleines Kind. Da beginnt sich ein Film im Kopf abzuspielen." Die Betreuung wurde für eine Woche ausgesetzt, die Gouverneurin des von deutschen Einwanderern geprägten Bundesstaates Santa Catarina, Daniela Reinehr, rief drei Tage Trauer aus.

Täter hatte keine Vorstrafen

Bisher sei nicht bekannt, ob der Angreifer psychologische Probleme oder ein spezielles Motiv gehabt habe, so der Polizeisprecher. Nach einem Bericht der Zeitung "Folha de S. Paulo" hatte er keine Vorstrafen und auch nicht die Vorschule besucht. Allerdings soll der Jugendliche unter Mobbing gelitten haben.

Noch vor der Ankunft der Polizei machten Anwohner den Angreifer, der sich selbst schwer verletzte, dingfest. Er wurde ins Krankenhaus ins 70 Kilometer entfernte Chapeco gebracht. Die Eltern standen unter Schock.

Quelle: Agenturen