APA - Austria Presse Agentur

Französischer Neonazi baute radioaktive Rohrbomben mit Uran von ebay

14. Sept 2021 · Lesedauer 2 min

Ein 26-jähriger Mann mit offensichtlichen Neonazi-Sympathien hat im französischen Colmar mehrere Rohrbomben mit radioaktivem Uranstaub gebaut. Das Uranmaterial dafür hat er offenbar legal über ebay bestellt.

Ein 26-jähriger Berufsschüler in Frankreich hat offenbar vier Rohrbomben mit radioaktivem Uran gebaut. Sein Lehrer verständigte Ende August die Behörden, nachdem der 26-Jährige im Unterricht verkündet hat, dass er vier Bomben gebaut habe. Die Beamten fanden bei dem 26-Jährigen zu Hause tatsächlich vier Sprengsätze, die radioaktiv waren und von denen drei funktionstüchtig waren, bestätigte die französische Polizei nach mehreren Medienberichten.

Den radioaktiven Uranoxid-Staub hatte der Berufsschüler offenbar legal über ebay aus den USA bestellt, berichten französische Medien. Es handelt sich um Material, das üblicherweise für wissenschaftliche Experimente verwendet wird. Laut Berichten wurde Material mit einer radioaktiven Aktivität von 2.500 Becquerel sichergestellt.

Die Polizisten stellten im Haus des 26-Jährigen fest, dass zumindest drei der vier Sprengsätze funktionstüchtig waren. Ein Bombenentschärfungsteam rückte an und setzte die Bomben außer Gefecht. Ein Team von Spezialisten hat das Wohnhaus des Mannes vom radioaktiven Material gesäubert.

Behörden prüfen mögliche Verbindungen zu rechtsextremen Gruppen

Der 26-Jährige war bisher laut Polizei unbescholten. Er machte gegenüber den Beamten aber keinen Hehl aus seinen Neonazi-Sympathien und besaß mehrere Hakenkreuz-Devotionalien sowie ein Ku-Klux-Klan-Kostüm, hieß es von Seiten der Behörden.

Der laut Medienberichten entwicklungsgestörte junge Mann habe aber keinen Anschlag geplant, beteuerte er bei seiner Einvernahme. Laut Behörden habe keine Gefahr für die Bevölkerung bestanden. Nun wird ermittelt, ob der 26-Jährige allein gehandelt hat und ob er Verbindungen zu rechtsextremen Gruppen in Frankreich oder Deutschland unterhielt.

Stephan HoferQuelle: Redaktion / hos