APA/dpa/Lino Mirgeler

Prozess

Frankreich: 10 Männer wegen Vergewaltigung von Buben angeklagt

03. Feb. 2026 · Lesedauer 2 min

Die französische Staatsanwaltschaft hat zehn Männer wegen der mutmaßlichen Vergewaltigung eines unter Drogen gesetzten fünfjährigen Buben angeklagt.

Der Bub sei von seinem eigenen Vater "in Kontakt mit erwachsenen Männern" gebracht worden, erklärte die Staatsanwaltschaft am Dienstag. Dem Kind sei "schwere sexuelle Gewalt" unter dem Einfluss "chemischer Substanzen" angetan worden. Die Angeklagten sind zwischen 29 und 50 Jahre alt.

Die Behörden hatten den Angaben zufolge am 15. Februar 2025 eine Untersuchung eingeleitet, nachdem es einen Hinweis auf eine "Chemsex"-Party in der Nacht zuvor in der Stadt Lille im Norden Frankreichs gegeben habe. 

Die Staatsanwaltschaft schaltete einen Ermittlungsrichter ein, der sich mit zwischen November 2024 und Februar 2025 begangenen mutmaßlichen Taten befasste.

Kind wird von Mutter betreut

Die Zeitung "Dernières Nouvelles d'Alsace" berichtete, dass mindestens einem der Angeklagten nicht die Teilnahme an der Vergewaltigung vorgeworfen werde. Er werde beschuldigt, ein Video erhalten und dies nicht den Behörden gemeldet zu haben. 

Einer der Hauptverdächtigen beging im Juni vergangenen Jahres während seiner Untersuchungshaft Suizid, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Das Kind wird von seiner Mutter betreut. Diese hatte sich laut der Staatsanwaltschaft vor der Vergewaltigung von dem Vater getrennt.

Als "Chemsex" wird Sex unter dem Einfluss harter Drogen bezeichnet. Ärzte haben sich zuletzt alarmiert über eine Zunahme von Sex unter Drogeneinfluss gezeigt, etwa in Teilen der Schwulenszene. 

"Chemsex" birgt verschiedene Risiken, zu den Gefahren zählen Sucht, eine Überdosis und eine HIV-Infektion.

Für großes Entsetzen hatte in Frankreich und darüber hinaus zuletzt die vielfache Vergewaltigung von Gisèle Pélicot gesorgt. Ihr Ex-Mann Dominique Pelicot wurde 2024 zu 20 Jahren Haft verurteilt, weil er seine Frau Gisèle zwischen 2011 und 2020 unter Drogen gesetzt hatte, um sie gemeinsam mit Männern zu vergewaltigen, die er in Internetforen dazu einlud.

Zusammenfassung
  • Zehn Männer im Alter zwischen 29 und 50 Jahren wurden in Frankreich angeklagt, weil sie einen fünfjährigen Buben unter Drogen gesetzt und schwer sexuell missbraucht haben sollen.
  • Die mutmaßlichen Taten ereigneten sich zwischen November 2024 und Februar 2025, nachdem eine 'Chemsex'-Party in Lille gemeldet und am 15. Februar 2025 eine Untersuchung eingeleitet wurde.
  • Einer der Hauptverdächtigen beging während der Untersuchungshaft im Juni 2025 Suizid, während das Kind nun von seiner Mutter betreut wird.