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Fischsterben in der Oder an deutsch-polnischer Grenze

12. Aug. 2022 · Lesedauer 2 min

Ein massenhaftes Fischsterben in der Oder hat im deutsch-polnischen Grenzgebiet Alarmstimmung ausgelöst.

Unklar blieb trotz umfangreicher Untersuchungen und Hinweisen auf Quecksilber im Wasser, woran genau die Tiere gestorben sind. Nach Aussage von Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki wurde das Fischsterben offenbar durch die Einleitung von Chemie-Abfällen ausgelöst.

"Es ist wahrscheinlich, dass eine riesige Menge an chemischen Abfällen in den Fluss gekippt wurde, und das in voller Kenntnis der Risiken und Folgen", sagte Morawiecki in einer am Freitag auf Facebook veröffentlichten Videobotschaft. Der Regierungschef entließ zudem den Chef der Wasserbehörde und den Leiter der Umweltbehörde - sie sollen zu langsam auf das Fischsterben reagiert haben.

Deutsche Kritik an Polen

Die deutsche Bundesumweltministerin Steffi Lemke warnte angesichts des massiven Fischsterbens vor einer drohenden Umweltkatastrophe. Auch aus ihrem Haus kam am Freitag Kritik am Nachbarn Polen. "Tatsächlich wissen wir, dass diese Meldekette, die für solche Fälle vorgesehen ist, nicht funktioniert hat", sagte ein Sprecher am Freitag in Berlin. Gemeint ist das frühzeitige Melden des Fischsterbens auf der polnischen Seite. "Wir brauchen jetzt Klarheit über die Stoffe, die dort tatsächlich im Wasser sind", hieß es aus dem Bundesministerium.

Untersuchungsergebnisse am Sonntag 

Polen kündigte Untersuchungsergebnisse für frühestens Sonntag an. Bisher habe das Staatliche Forschungsinstitut in Pulawy noch keine Fische erhalten, sagte der Leiter Krzysztof Niemczuk am Freitag der Nachrichtenagentur PAP. Die Fische sollen auf Metalle, Pestizide und andere giftige Stoffe untersucht werden. Auch im deutschen Bundesland Brandenburg dauerten die Labor-Analysen am Freitag weiter an.

Vor Kontakt wird gewarnt

Im Nationalpark an der Oder zwischen Polen und Deutschland sind normalerweise Paddler, Angler und auch Vogelkundler unterwegs. Doch jetzt dürfte der Naturtourismus stark leiden, so die Befürchtungen. Vor jeglichem Kontakt mit dem Flusswasser wird gewarnt. Naturschützer gehen von weitreichenden Folgen für den Nationalpark Unteres Odertal aus.

Quelle: Agenturen