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Fehlende Zähne und Produktplatzierung: Die kuriosesten Szenen des Alex-Jones-Prozess

06. Aug. 2022 · Lesedauer 3 min

Verschwörungstheoretiker Alex Jones stand vergangene Woche vor Gericht. Eltern eines bei einer Massenschießerei getöteten Kinds verklagten Jones, da dieser Behauptete die Schießerei sei nie wirklich passiert worden und alle Beteiligten wären Schauspieler:innen. Im Verlauf des Prozesses kam es zu mehreren kuriosen und schrägen Momenten. Hier finden Sie eine Auswahl davon.

Der Prozess, in dem es darum ging, wie viel der texanische Verschwörungstheoretiker Alex Jones den Eltern eines sechsjährigen Jungen schuldet, der bei der Massenerschießung in Sandy Hook getötet wurde, weil er sie mit falschen Behauptungen, die Schießerei sei inszeniert gewesen, verleumdet hat, ging diese Woche zu Ende. Das Gericht hat sich außerdem bereits mit der Frage befassen, wie viel Jones an Schadenersatz schuldet.

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Jones, Gründer der rechtsextremen Verschwörungsseite Infowars, verbreitet seit langem die Lüge, die Schießerei an einer Grundschule in Connecticut im Jahr 2012 sei eine Operation unter falscher Flagge" gewesen, um den zweiten Verfassungszusatz (das Recht auf Waffenbesitz) auszuhebeln. In Wirklichkeit erschoss ein Bewaffneter 20 Kinder und sechs Erwachsene in einer Grundschule.

Werbung für Nahrungsergänzungsmittel

In einer direkten Ansprache an die Jury versuchte Jones nicht etwas seine Unschuld zu beweisen oder eine Läuterung zu zeigen. Er machte stattdessen Werbung für Nahrungsergänzungsmittel seiner Firma.

"Es ist dreifach getestet, die höchste Qualität, und deshalb lieben die Leute es, weil es das Beste ist, was es gibt", führte der Verschwörungstheoretiker aus. Jones prahlte außerdem damit, in welche bekannten US-Supermarktketten er seine Produkte bringen könne, wenn er wollen würde. Alles sei "erstklassig" und nicht nur "Mist, den man an einer Tankstelle kaufen kann". (Die Wirkung von Jones Nahrungsergänzungsmitteln wurde in der Vergangenheit bereits von US-Behörden in Zweifel gezogen.)

Ungünstige Lügen

Anfang dieser Woche rügte die Richterin Maya Guerra Gamble Jones, weil er zweimal gegen seinen Eid verstoßen hatte, nicht zu lügen. "Es scheint absurd, Sie erneut zu belehren, dass Sie die Wahrheit sagen müssen, wenn Sie aussagen", sagte sie. "Und doch bin ich hier: Sie müssen die Wahrheit sagen, während Sie aussagen. Das ist nicht Ihre Show."

Kauen Sie Kaugummi?

Ein kleiner Disput entstand Anfang der Woche, als Richterin Gamble Jones aufforderte seinen Kaugummi auszuspucken. "Das ist kein Kaugummi", schnauzte er zurück.

Die Richterin erinnerte Jones geduldig daran, dass es ihm nicht erlaubt ist, im Gerichtssaal zu essen oder Kaugummi zu kauen. Dann behauptete er, er habe Mullbinden im Mund, weil ihm kürzlich ein Zahn gezogen worden sei.

"Sie kauen also auf Mullbinden?" fragte Gamble. "Soll ich es Ihnen zeigen?", fragte Jones und fügte hinzu: "Ich habe das Loch in meinem Mund mit meiner Zunge massiert". Obwohl niemand seinen fehlenden Zahn im Mund sehen wollte, präsentierte der Verschwörungstheoretiker die leere Stelle dennoch.

Schlimmer als Nazi-Deutschland

Jones sah die allgemeine Lage gegen ihn als "Hexenjagd" sowie "Schauprozess". Er verglich seine Situation mit "Nazi-Deutschland" und fügte danach hinzu, dass zumindest in Nazi-Deutschland die Menschen "schuldig waren, bis ihre Unschuld bewiesen war". Er selbst wäre im Prozess "schuldig, bis ich schuldiger werde".

Mehr komische Momente im Prozess finden Sie im folgenden Video: 

Quelle: Redaktion / foj