APA/APA/BFK WT / ST. MAYER

EU sagt steigender Waldbrand-Gefahr den Kampf an

Heute, 11:47 · Lesedauer 3 min

Die Europäische Kommission hat am Mittwoch in Brüssel ihre neue Strategie zur Prävention und zur Bekämpfung von Waldbränden vorgestellt. Sie behandelt Prävention, Vorsorge, Reaktion und Wiederaufbau. Laut Kommission werden die Waldbrände in Europa immer größer, häufiger und zerstörerischer. Vor allem Südosteuropa ist stark betroffen, aber auch in allen anderen Teilen Europas, darunter Österreich, steigt mit dem Klimawandel die Gefahr.

2025 erlebte Europa laut Kommission die schlimmste Waldbrandsaison seit Beginn der Aufzeichnungen, bei der über eine Million Hektar Land verwüstet wurden. Dies wird auf den sich verschärfenden Klimawandel und andere Faktoren zurückgeführt. Da eine gesunde Natur und gesunde Ökosysteme widerstandsfähiger gegenüber Waldbränden seien, legt die Kommission einen Schwerpunkt auf Prävention. Ein neuer Leitfaden zu den Natura 2000-Schutzgebieten soll zeigen, wie eine widerstandsfähige Landschaftsplanung und Maßnahmen zur Verringerung des Risikos von Waldbränden gelingen können, im Einklang mit den Erhaltungszielen.

"Einem Brand vorzubeugen ist immer einfacher, als ihn zu bekämpfen", so die zuständige Kommissions-Vizepräsidentin Roxana Mînzatu in der Pressekonferenz. Sie betonte aber dass es die Mitgliedstaaten seien, die bei der Bekämpfung von Waldbränden die zentrale Rolle spielten. Und: "Wenn 96 Prozent der Brände vom Menschen verursacht werden, bedeutet das, dass auch wir Teil der Lösung sind." EU-Krisenkommissarin Hadja Lahbib ergänzte: "Waldbrände kosten die EU jedes Jahr rund drei Milliarden Euro und fordern Menschenleben." Selbst im Norden Europas gebe es nun Waldbrände, sagte sie mit Blick auf die schwedische Umweltkommissarin Jessika Roswall neben ihr.

Auch Österreichs Wälder sind betroffen: Die Kombination aus bereits merklich gestiegenen Durchschnittstemperaturen, zuletzt vermehrt trockenen Jahren, tendenziell mehr und längeren Hitzewellen und einem vielerorts für diese Bedingungen nicht gut aufgestellten Baumbestand hat in einigen Gegenden Österreichs, wie dem Wald- und Mühlviertel oder im Alpenvorland, laut einer kürzlich veröffentlichten Studie im Fachmagazin "Science" schon starke Waldschäden verursacht. Die Jungwälder seien aber teils schon besser angepasst, heißt es darin weiter.

In einer aktuellen Umfrage der Europäischen Umweltagentur zeigte sich die Hälfte der befragten Europäerinnen und Europäer besorgt über die zunehmende Gefahr von Waldbränden. Brüssel will den EU-Ländern aktualisierte Leitlinien zur Risikobewertung bereitstellen sowie ein eigenes europäisches Bürgerpanel zu diesem Thema organisieren. Darin arbeiten Bürgerinnen und Bürger konkrete Vorschläge und Ideen zu Initiativen der Kommission aus.

Mehr EU-Löschflugzeuge und Hubschrauber

Die aktuelle rescEU-Löschflotte soll mit zwölf Löschflugzeugen sowie fünf Hubschraubern erweitert werden. Der erste Hubschrauber soll für die Waldbrandsaison 2026 einsatzbereit sein. Ein europäisches Brandbekämpfungszentrum in Zypern soll für Schulungen, Übungen und saisonale Einsätze dienen. Im Rahmen der Verbesserung der Vorsorge will die Kommission weiterhin Feuerwehrleute in Risikogebieten vorab stationieren und den Austausch von Brandbekämpfungsexperten fördern, sowie den Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit mit betroffenen Regionen weltweit. Das vom Copernicus-Satellitensystem unterstützte Europäische Waldbrand-Informationssystem und KI-gestützte Modellierungsinstrumente werden weiterentwickelt.

"Europa muss bereit sein, bevor der erste Brand ausbricht. Das bedeutet, eine echte Kultur der Vorsorge zu schaffen: die Menschen mit den richtigen Fähigkeiten auszustatten, Feuerwehrleute und Ersthelfer zu unterstützen und den Gemeinden zu helfen, die Risiken zu verstehen. Die heutige Strategie zeigt, dass Prävention, Vorsorge und Solidarität Hand in Hand gehen müssen, wenn wir Leben retten und Europas Widerstandsfähigkeit gegenüber der zunehmenden Bedrohung durch Waldbrände stärken wollen", so Kommissions-Vizepräsidentin Mînzatu.

Zusammenfassung
  • Die EU-Kommission hat eine neue Strategie zur Prävention, Vorsorge und Bekämpfung von Waldbränden vorgestellt, nachdem 2025 mehr als eine Million Hektar Land in Europa verbrannten – die schlimmste Saison seit Beginn der Aufzeichnungen.
  • Mit jährlich rund drei Milliarden Euro Schaden und 96 Prozent menschgemachter Brände sieht Brüssel die Bevölkerung als Teil der Lösung und plant unter anderem ein Bürgerpanel, aktualisierte Leitlinien sowie verstärkte Schulungen.
  • Zur besseren Vorbereitung werden die rescEU-Löschflotte um zwölf Löschflugzeuge und fünf Hubschrauber erweitert, der erste neue Hubschrauber soll 2026 einsatzbereit sein, und ein europäisches Brandbekämpfungszentrum in Zypern wird eingerichtet.