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EU-Grenzwerte für PFAS in Jacken von C&A überschritten

22. Jan. 2026 · Lesedauer 3 min

In neun von elf Jacken der Chtml5-dom-document-internal-entity1-amp-endA-Kollektion "Iconic Puffer" wurden PFAS nachgewiesen, in drei davon in Mengen über den geltenden EU-Grenzwerten. Das ergab eine von Greenpeace in Auftrag gegebene Untersuchung der Kleidungsstücke in einem unabhängigen Labor. PFAS steht für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen aka "Ewigkeitschemikalien" mit gesundheitsschädlichen Nebenwirkungen und den Eigenschaften "schwer abbaubar und langlebig".

Insgesamt wurde auf 36 verschiedene PFAS untersucht, getestet wurden sieben Damen-, drei Herren- sowie eine Kinderjacke. Eine Herren-Steppjacke überschritt den Grenzwert sogar um das 16-fache, berichtete die Umweltschutzorganisation am Donnerstag per Aussendung. Die drei Jacken über den Grenzwerten dürfen in der EU auch gar nicht verkauft werden. Greenpeace hat die Ergebnisse an das Marktamt und das Ministerium für Konsumentenschutz übergeben und fordert einen Rückruf der betroffenen Jacken bzw. die Möglichkeit einer Rückgabe auch ohne Kassenbeleg samt Rückerstattung des Kaufpreises.

"Wir nehmen das vorliegende Ergebnis sehr ernst. ​Ewigkeitsgifte sollten nicht Teil unserer Kleidung sein, und auch nicht in unsere Umwelt eingebracht werden. Es ist Aufgabe der Unternehmen, die Einhaltung der Grenzwerte unter allen Umständen sicherzustellen", kommentierte SPÖ-Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig die Ergebnisse des Greenpeace-Checks.

"Leider müssen wir davon ausgehen, dass noch weitere Jacken dieser Linie von C&A betroffen sind", sagte Madeleine Drescher, Konsumexpertin bei Greenpeace, zu den Testergebnissen. Die Linie mit der positiven PFAS-Eigenschaft "wasserabweisend" sei mit einer der "auffälligsten Werbekampagnen des Jahres" beworben worden, weshalb von vielen verkauften Jacken ausgegangen werden müsse. Bei den gefundenen PFAS in den Jacken handelt es sich laut der NGO um 6:2-FTOH, 8:2-FTOH und 10:2-FTOH. "Die Chemikalien gelten als besonders gefährlich und sind in der EU seit 2023 (bzw. 6:2-FTOH ab Oktober 2026) stark eingeschränkt. So kann sich etwa 8:2-FTOH zu dem krebserregenden Stoff PFOA abbauen", schrieb Greenpeace.

Wirksamere Kontrollen und strengere Vorgaben

PFAS sind extrem langlebige Chemikalien, die sich über Wasser, Luft und Nahrung weltweit verbreiten, warnte Greenpeace. "Einige dieser Stoffe reichern sich im Körper an, schädigen Organe und das Immunsystem und gelten als potenziell oder eindeutig krebserregend", weshalb mehrere PFAS in der EU bereits verboten oder streng geregelt seien. Rund ein Drittel aller PFAS-Polymere werde in der Textil- und Bekleidungsindustrie eingesetzt. Greenpeace trat daher für wirksamere Kontrollen und strengere Vorgaben ein.

"Ich fordere, dass C&A seine Verantwortung hier ernst nimmt und die Rückholaktion ähnlich groß bewirbt wie das Produkt selbst", lautete die Reaktion von Alma Zadić, der Konsumentenschutzsprecherin der Grünen. Wer ein solches Produkt gekauft habe, müsse von der PFAS-Belastung erfahren und sein Geld zurückbekommen, hieß es in einer Aussendung am Donnerstag. PFAS in Alltagsprodukten wurde auch als "Ergebnis politischen Unwillens" bezeichnet. "Wir Grünen haben im Parlament bereits mehrere Anträge zur Eindämmung von PFAS und einer Verschärfung der Kontrollen eingebracht."

"Gerade bei europäischen Unternehmen müssen Produktstandards durchgesetzt werden können. Dass hier dennoch belastete Ware verkauft wurde, macht das Versagen der Kontrollmechanismen umso deutlicher. Der Schutz der Konsumentinnen und Konsumenten darf nicht davon abhängen, ob NGOs Tests finanzieren. Das ist Sache der Behörden", so Zadić abschließend.

Greenpeace kritisierte am Donnerstag die Reaktion des Bekleidungsunternehmens unter anderem dahingehend, dass die Jacken weiterhin im Angebot sind: "C&A redet sich heraus, statt Verantwortung zu übernehmen. Während unsere Tests klar zeigen, dass mehrere Jacken über den geltenden EU-Grenzwerten liegen, werden genau diese Produkte weiterhin online verkauft", so Drescher. C&A ließ in einer Stellungnahme unter anderem wissen, dass die nachgewiesenen PFAS-Substanzen "kein Sicherheitsrisiko für Verbraucherinnen und Verbraucher" darstellen würden.

Zusammenfassung
  • In neun von elf getesteten Jacken der C&A-Kollektion 'Iconic Puffer' wurden PFAS nachgewiesen, wobei drei Modelle die EU-Grenzwerte überschritten und eine Herren-Steppjacke sogar das 16-fache des zulässigen Werts erreichte.