Erste Hinweise auf Ursache bei Waldbrand an der Rax

28. Okt 2021 · Lesedauer 3 min

500 Helfer, davon 400 Feuerwehrleute, kämpfen inzwischen in Reichenau a.d. Rax (Bezirk Neunkirchen) gegen den Waldbrand, der seit Wochenbeginn wütet. Inzwischen verdichten sich Hinweise zur Brandursache.

Mit Hubschraubern, Drohnen und Hunderten Helfern versucht man in der Gegend rund um Reichenau an der Rax und Hirschwang der Flammen Herr zu werden. Dass der Wind wie prognostiziert anzieht, besorgt die Einsatzkräfte vor Ort. 

Lagerfeuer oder Zigarette

Bisher war unklar, was das riesige Feuer ausgelöst hat. Laut Polizeisprecher Raimund Schwaigerlehner gebe es nun aber erste Hinweise. Es deute viel auf ein Lagerfeuer oder auf eine weggeworfene Zigarette als Auslöser hin.

Offenes Feuer ist in dem Gebiet sowohl gemäß der Waldbrandverordnung als auch nach dem Forstgesetz verboten. Die Bezirksbrandermittler führen nun Umfelderhebungen durch, etwa hinsichtlich Gästen in umliegenden Hütten.

Wind facht Waldbrände weiter an

Um eine Ausweitung des Brandes zu verhindern, haben an der Höllental-Bundesstraße B 27 fünf Großtanklöschfahrzeuge Position bezogen. Franz Resperger vom Landeskommando Niederösterreich erklärt, dass sie mit einer Wasserwand eine "Verteidigungsfront" bilden und einen Flammenüberschlag auf die Rax-Seite unterbinden und Funkenflug stoppen sollen, wenn das nötig wird. Sollte der Wind stärker werden, müsse "sofort" reagiert werden, sagte Bezirksfeuerwehrkommandant Josef Huber.

Keine Häuser gefährdet

Wohnhäuser seien nicht gefährdet, erklärte Huber. Diesbezüglich seien Maßnahmen getroffen worden. Die Rax-Seilbahn ist trotz des Feuers "nach wie vor in Betrieb und nicht von dem Brand betroffen", betonte Geschäftsführer Bernd Scharfegger am Donnerstag in einer Aussendung. Eine Absperrung der Einsatzkräfte sei "nach der Talstation" errichtet worden.

Tanner: Löscharbeiten auch noch in den nächsten Tagen

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) im Interview mit PULS 24 Reporterin Marie Salzmann über die Entwicklung der Löscharbeiten. 

Kanzler und Minister vor Ort

Ein Bild der Lage haben sich am Donnerstag auch Bundeskanzler Alexander Schallenberg, Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger sowie Verteidigungsministerin Klaudia Tanner im Beisein von Niederösterreichs LHStv. Stephan Pernkopf (alle ÖVP) gemacht. "Die Herausforderung, vor der die Einsatzkräfte hier im Rax-Schneeberg-Gebiet stehen, ist enorm. Das Engagement der vielen Freiwilligen, die sich extra Urlaub nehmen, um hier mit anzupacken, ringt mir höchsten Respekt ab", betonte der Regierungschef. Die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern, zwischen Feuerwehr, Bundesheer, Polizei, Bergrettung und Rotes Kreuz bezeichnete er als "wirklich beeindruckend".

Es sei ihm wichtig gewesen, sich "vor Ort einen Überblick zu verschaffen" und den vielen engagierten Einsatzkräften persönlich für ihre Arbeit zu danken, sagte Schallenberg weiter. Klar sei, "dass wir Niederösterreich in dieser schwierigen Situation nicht im Stich lassen. Sei es jetzt beim Einsatz oder auch dann, wenn es darum gehen wird, die verbrannten Flächen wieder aufzuforsten", so der Kanzler.

"Das Ausmaß dieses Waldbrandes ist gewaltig, es sind mehr als 120 Hektar betroffen, das ist die dreifache Fläche an Waldbrandereignissen, die wir normalerweise in einem ganzen Jahr in Österreich haben", sagte Köstinger. Es werde Jahre dauern, die notwendigen Aufforstungsmaßnahmen, die nötig sind, durchzuführen. "Es handelt sich zum größten Teil um Schutzwald, der das Höllental, die Straße und auch Siedlungsräume schützt", so die Ministerin.

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam