Prinz Harry salutiertAPA/AFP/POOL/Jeremy Selwyn

Enthüllungsbuch: Prinz Harry tötete 25 Menschen

05. Jan. 2023 · Lesedauer 4 min

Kokain und Sex als Minderjähriger; die Bitte an seinen Vater, Camilla nicht zu heiraten. Prinz Harry enthüllt in seinem noch nicht erschienenen Buch brisante Details aus seinem Leben. Darunter auch das Geständnis, dass er als Soldat in Afghanistan 25 Menschen getötet habe.

Prinz Harry hat einem Bericht zufolge nach eigenen Schilderungen als Soldat in Afghanistan 25 Menschen getötet. "Eines der wichtigsten Dinge, die ich in der Armee gelernt habe, ist, dass ich für meine eigenen Handlungen verantwortlich bin. Also meine Zahl: 25", schreibt Harry dem Sender Sky News zufolge in seinen Memoiren in Bezug auf die Zahl der von ihm getöteten Menschen bei seinen Einsätzen in Afghanistan.

"Nichts wofür ich mich geschämt habe"

"Das war nichts, was mich zufrieden gemacht hat, aber auch nichts, wofür ich mich geschämt habe." Der Sender beschaffte sich ein Exemplar des noch unveröffentlichten Buches und zitierte wie viele andere britische Medien am Donnerstag daraus. "Ich hätte es natürlich lieber gehabt, diese Zahl nicht auf meinem Militärzeugnis oder in meinem Kopf zu haben, aber ich hätte auch lieber in einer Welt ohne die Taliban gelebt, in einer Welt ohne Krieg." Auch als regelmäßiger Tagträumer gebe es jedoch Realitäten, die man nicht ändern könne, schreibt der 38-Jährige, der mittlerweile mit seiner Familie in Kalifornien lebt, dem Bericht zufolge weiter.

Immer mehr Details

Doch das ist nicht das einzige brisante Detail in dem Buch. Harry gesteht außerdem mit 17 Kokain genommen zu haben und seine Jungfräulichkeit im selben Alter in einem Feld verloren zu haben. Auch soll er Berichten zufolge vor Jahrzehnten gemeinsam mit Prinz William seinen Vater Charles inständig gebeten haben, dessen Partnerin Camilla nicht zu ehelichen. William und er hätten ihren Vater "angefleht", nicht zum zweiten Mal zu heiraten, schreibt Harry in seinen Memoiren, wie die "Sun" und die "Daily Mail" am Donnerstag berichteten. Harry habe Camilla als "böse Stiefmutter" gefürchtet. 

Erscheinen soll das Buch namens "Spare" (deutsch: "Reserve") erst am 10. Jänner, allerdings war es übereinstimmenden Medienberichten zufolge in einigen spanischen Buchhandlungen fälschlicherweise bereits am Donnerstag kurzzeitig erhältlich. Mehrere britische Medien - darunter "Sun" und "Daily Mail" - beschafften sich ein Exemplar. Zuvor hatte bereits der "Guardian" ein Buch in die Hände bekommen und darüber berichtet.

Auf Camilla-Treffen vorbereitet wie auf Spritze

Über sein erstes offizielles Treffen mit Camilla berichtet Harry demnach, dass er sich darauf vorbereitet habe wie auf eine Spritze. "Schließe die Augen, dann merkst du es nicht einmal", schreibt der 38-Jährige. Camilla sei jedoch "gelangweilt" gewesen und habe das Treffen als Formalität angesehen, da Harry ihr als Nicht-Thronfolger nicht im Wege gestanden sei.

Der heutige König Charles III. (74) heiratete Camilla im Jahr 2005. Über die Jahre hinweg wurde diese immer beliebter bei der britischen Bevölkerung. Die im September gestorbene Queen Elizabeth II. veranlasste persönlich, dass Camilla (75) nach ihrem Tod den Titel "Queen Consort" trägt.

"Geliebter Bruder" und "Erzfeind"

Einzelheiten aus dem Buch waren schon vorher bekannt geworden. Der US-Sender ABC, dem Harry eines von mehreren Interviews vor der Veröffentlichung gegeben hatte, berichtete am Donnerstag, Harry bezeichne William (40) darin als "geliebten Bruder" und "Erzfeind". In einem im Voraus verbreiteten Ausschnitt des Interviews erklärte Harry dazu: "Es gab merkwürdigerweise immer diesen Wettbewerb zwischen uns."

Körperlicher Angriff

Harry wirft William zudem laut einem Zeitungsbericht vor, ihn bei einem Streit körperlich angegriffen zu haben. Wie der britische "Guardian" in der Nacht auf Donnerstag berichtete, schildert der Prinz, wie sein älterer Bruder ihn in der Küche seiner Wohnung in London zu Boden gestoßen habe. In dem Streit habe William Harrys Frau Meghan als "schwierig", "unhöflich" und "ruppig" beschimpft, zitierte die Zeitung. "Er packte mich am Kragen, wobei meine Halskette zerriss, und stieß mich zu Boden. Ich landete auf dem Hundenapf, der unter meinem Rücken zerbrach, so dass mich die Scherben schnitten", heißt es demnach in dem Buch mit dem deutschen Titel "Reserve" weiter.

Harry habe seinen Bruder daraufhin aufgefordert zu gehen. Prinz William habe sich entschuldigt. Im Gehen habe er sich umgedreht und gesagt: "Das brauchst du Meg nicht zu erzählen". Auf Harrys Frage, ob er damit den Angriff meine, habe William erwidert: "Ich habe dich nicht angegriffen, Harold."

Harry und Meghan hatten sich im März 2020 offiziell von ihren royalen Pflichten zurückgezogen. Sie leben mit ihren beiden Kindern, dem dreieinhalbjährigen Archie und der anderthalbjährigen Lilibet, in Meghans Heimat Kalifornien. Bereits in einer im Dezember ausgestrahlten Netflix-Dokuserie hatte das Paar Vorwürfe gegen die Königsfamilie erhoben.

Quelle: Agenturen