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Energiekrise: Wiener Eistraum könnte heuer ausfallen

23. Sept. 2022 · Lesedauer 3 min

Die diesjährige Vorweihnachtszeit fällt unter keinen guten Stern. Aufgrund der Energiekrise wird der Christkindlmarkt auf dem Rathausplatz eine Woche später als üblich starten. Auch der beliebte Wiener Eistraum ist noch nicht fix.

Wiens Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke (SPÖ) kündigte bereits im Sommer an, dass man aufgrund der gestiegen Energiepreise mit mehreren Einsparungen rechnen müsse. Welche Energiemaßnahmen genau vorgenommen werden, erklärte das Büro von Hanke der "Presse" auf Nachfrage.

Dunkler und kürzer

So wird zum Beispiel Wiens größter Christkindlmarkt am Rathausplatz erst am 16. November, statt üblicherweise eine Woche vorher, starten. Bestehen wird er bis 26. Dezember. Die Weihnachtsbeleuchtung selbst wird ebenfalls kürzer scheinen. Die unzähligen Lichterketten und Lampen sollen laut Plan eine Stunde später eingeschalten werden. Erst mit Einbruch der Dunkelheit soll das Lichtermeer leuchten, schreibt die Presse.

Auch der Zugang wird nicht so erhellt sein, wie die Jahre zuvor. Die Wiener Wirtschaftskammer hat bereits vor einigen Wochen bekannt gegeben, dass auf der Ringstraße keine Festtagsbeleuchtung zu sehen sein wird. 

Wiener Eistraum wackelt

Vor allem die Frage, ob der Wiener Eistraum heuer stattfinden wird, ist noch offen. Der Freiluft-Eislaufplatz ist traditionell von Ende Jänner bis Anfang März aufgebaut.

Doch eine Kühlung der riesigen Eisfläche (9500 m²) ist äußert stromintensiv. Die Eisfläche muss mehrere Wochen lang durchgehend gekühlt werden. Im letzten Jahr waren dafür 450.000 Meter an Kühlschläuchen notwendig.

Gegenüber der "Presse" hieß es von Seiten des Hanke-Büros, dass die Entscheidung über den Eistraum "in den nächsten Tagen" fallen werde. Doch eine Sprecherin des Wirtschaftsstadtrates meinte gegenüber dem "Kurier", dass die Entscheidung "in den nächsten Wochen" stattfinden soll und nicht nächste Woche. 

Neue Marktorganisatoren 

Die diesjährige Adventsaison wird erstmals vom Stadt Wien Marketing und nicht vom Verein zur Förderung des Marktgewerbes geplant. Die neuen Organisatoren haben der Stadt Wien Einsparungsvorschläge vorlegt. Bisher ist noch unbekannt, ob und welche Empfehlung umgesetzt werden. 

Andere Adventmärkte bleiben erleuchtet

Andere Wiener Adventmärkte wollen beim Energiesparen weniger auf die Bremse drücken, heißt es im "Presse"-Bericht. Manche hätten teilweise ohnehin schon auf LEDs umgestellt. Ein dunkler Weihnachtsmarkt würde nur zu Frust bei den Besuchern führen. Auch die wirtschaftlichem Schaden für die Standler, müsse man im Kopf behalten. 

Auf Infrarot-Strahler bei den Stehtischen wollen man heuer in Schönbrunn verzichtet. Gastro-Standler wurde empfohlen Durchlauferhitzer statt den klassischen Punschkocher zu verwenden.

Die Inflation wird zudem die Preise für Glühwein und Punsch nach oben drücken. Veranstalter Lind vom Spittelberg spricht von einer Anhebung von "vier bis fünf Prozent", um die höheren Ausgaben zu decken.

Astrid PozarekQuelle: Agenturen / Redaktion / poz