Deutscher Richter wegen sexueller Belästigung bestraft
Der Jurist hatte nach Überzeugung des Landgerichts Osnabrück zu zwei verschiedenen Gelegenheiten versucht, seine Kollegin gegen ihren Willen auf den Mund zu küssen. Der verheiratete Familienvater habe in seinem Beruf unter anderem durch sein "selbstbewusstes und sicheres Auftreten" Ansehen erworben, hieß es in der Urteilsbegründung. Als Vorsitzender einer Strafvollstreckungskammer habe er jedoch seine Stellung genutzt, um seinen "sexuellen Bedürfnissen nachzugehen".
Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten gefordert. Die Anklage hielt den vorläufig vom Dienst suspendierten Juristen nicht nur wegen sexueller Nötigung in Tateinheit mit Körperverletzung für schuldig. Zusätzlich hatte sie ihm die Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs und von Persönlichkeitsrechten durch Bildaufnahmen in drei Fällen sowie sexuelle Belästigung und Nachstellung vorgeworfen. Die Verteidigung hatte hingegen einen Freispruch beantragt.
Mit mindestens fünf Arbeitskolleginnen hatte der verurteilte Jurist laut Urteil eine Affäre oder versuchte zumindest, eine solche einzugehen. Der Richter sagte in seiner Urteilsverkündung: "Bei ihnen war die Hose einfach näher als das Hirn." Der Verurteilte kann binnen einer Woche Revision gegen das Urteil einlegen.
Zusammenfassung
- Ein Richter aus dem Kreis Steinfurt wurde vom Landgericht Osnabrück wegen sexueller Belästigung in zwei Fällen zu einer Geldstrafe von 7.000 Euro verurteilt.
- Die Übergriffe ereigneten sich während der Dienstzeit, wobei der Richter laut Urteil zu zwei Gelegenheiten versuchte, eine Kollegin gegen ihren Willen auf den Mund zu küssen.
- Das Urteil ist nicht rechtskräftig, der Angeklagte kann innerhalb einer Woche Revision einlegen.
