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Corona-Impfstoff-Erfinder: Impfung gegen Krebs bis 2030

17. Okt. 2022 · Lesedauer 2 min

Noch vor 2030 könnten Impfstoffe zur Krebsbekämpfung verfügbar sein. Das berichten die Wissenschaftler Uğur Şahin und Özlem Türeci, die zu den führenden Entwicklern von Covid-19-Impfstoffen gehören.

Das Professoren-Ehepaar Uğur Şahin und Özlem Türeci gründete 2008 das Unternehmen BioNTech - ursprünglich wollten sie sich hauptsächlich mit der Krebsforschung befassen. Als die Covid-19-Pandemie ausbrach, verlagerten sie ihren Schwerpunkt und entwickelten zusammen mit dem Pharmaunternehmen Pfizer einen auf der mRNA-Technologie aufbauenden Impfstoff gegen Covid. Die aus der Pandemie gezogenen Lehren würden nun die Krebsbehandlung auf Grundlage der mRNA-Technologie beschleunigen, so die beiden Mediziner laut "The Times".

Pandemie hilft bei Krebsimpfstoff-Entwicklung

Gegenüber der "BBC" erklärt Türeci: "Was wir über Jahrzehnte für die Entwicklung von Krebsimpfstoffen entwickelt haben, war der Rückenwind für die Entwicklung des Covid-19-Impfstoffs, und jetzt gibt der Covid-19-Impfstoff und unsere Erfahrung bei seiner Entwicklung unserer Arbeit im Bereich Krebs etwas zurück." Man habe gelernt, wie man Impfstoffe besser und schneller herstellen könne und wie das Immunsystem bei einer großen Anzahl von Menschen auf mRNA reagiere.

Krebsheilung in greifbarer Nähe

Auf die Frage, wann dieser Impfstoff für die breite Bevölkerung verfügbar sein werde, sagte Sahin: noch bevor 2030. "Wir haben das Gefühl, dass eine Heilung von Krebs oder eine Veränderung des Lebens von Krebspatienten in greifbarer Nähe ist", so Türeci. Sie würden jedoch trotzdem zögern zu sagen, dass sie dann ein Heilmittel für Krebs haben werden. "Wir haben einer Reihe von Durchbrüchen erzielt, und wir werden weiter daran arbeiten", erlären die Wissenschaftler.

Krebsimpfstoffe würden dabei ähnlich wie Covid-Impfstoffe funktionieren: Sie bringen dem Körper bei, Antigenmoleküle zu bilden, die auf dem Tumor zu finden sind, so dass er die nach einer Operation verbliebenen Zellen erkennen und beseitigen kann. 

Dijana DjordjevicQuelle: Redaktion / ddj