Corona-Demos im Prater: Festnahmen, Anzeigen sowie Auseinandersetzungen

06. März 2021 · Lesedauer 3 min

Mehrere Gruppierungen haben am Samstag erneut zu Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen in Wien aufgerufen. Im Prater vereinigten sich die Demozüge. Laut Polizei kam es zu erste Festnahmen und zahlreichen Anzeigen.

Zahlreiche Demos wurden für den Nachmittag in der Wiener Innenstadt angekündigt. Tausende von Demonstranten versammelten sich am frühen Nachmittag an mehrere Orten in der Wiener Innenstadt, den Nachmittag über bewegten sich die unterschiedlichen Demozüge in Richtung zweiter Bezirk. Dabei wurden immer wieder Absperrungen der Polizei durchbrochen.

Im Wiener Prater vereinigten sich die Demozüge zu einer Abschlusskundgebung. Am Rande dieser kam es offenbar zu Auseinandersetzungen zwischen Demo-Teilnehmern und linken Gegendemonstranten. Den ganzen Nachmittag über gab es mehrere Festnahmen und zahlreiche Anzeigen, wie die Polizei mitteilte.

Die Polizei kündigte am Freitag an, dass 1.500 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz sein werden, wobei noch kurzfristig aufgestockt werden kann. Die Dimension der Großdemo in Wien dürfte ähnlich groß sein wie schon bei zwei Kundgebungen mit rund 10.000 Teilnehmern im Jänner.

"Offensichtlich einige Absperrungen durchbrochen worden"

PULS 24 Reporter Daniel Retschitzegger berichtet von den Corona-Demos und in der Wiener Innenstadt.

Erste Auflösung von Demo ignoriert

Bereits gegen 13.45 Uhr erklärte die Polizei am Maria-Theresien-Platz die dortige Versammlung von Demo-Teilnehmern für offiziell aufgelöst. Eine entsprechende Anweisung wurde über Lautsprecher durchgesagt. Zahlreiche Teilnehmer hielten sich aber nicht daran und durchbrachen die Absperrungen der Polizei. Auf Sicherheitsmaßnahmen wird nicht geachtet, wie auch PULS 24 Reporter Daniel Retschitzegger vor Ort berichtete.

FPÖ-Reden auf Demo

Zuvor hatten FPÖ-Klubchef Herbert Kickl sowie FPÖ-Gesundheitssprecherin Dagmar Belakowitsch in der Innenstadt vor Demo-Teilnehmern eine Rede gehalten. Darin wüteten beide Politiker gegen die Corona-Maßnahmen wie Tests oder Maskenpflicht.

Schmidt über Kickl-Rede: "FPÖ ist eine Krisenpartei"

"Standard"-Journalistin Colette Schmidt analysiert die Rede von FPÖ-Klubchef Herbert Kickl bei der Corona-Demo in Wien

Samstagmittag haben die ersten Teilnehmer der Anti-Corona-Demos sich zu formieren begonnen. Kurz vor 12.00 Uhr war beim Burgring noch vor allem die Polizei sehr präsent. Bei der Gegendemo von linker Seite wurden eine halbe Stunde später bereits rund 200 Teilnehmer im Votivpark gesichtet, die meisten mit Rad für die anschließende Fahrraddemo.

T-Shirts und Bundeshymne aus dem Lautsprecher

Die Anti-Corona-Aktivisten hatten zunächst einen ersten Treff im Resselpark bei der Karlskirche, wo Shirts verteilt wurden. Die Aktivitäten verlagerten sich dann bereits auf den Ring, dort gab es Zulauf von weiteren Demonstranten, die mit Reisebussen zum Ort des Geschehens gebracht wurden, unter anderem mit dem Kennzeichen von Amstetten in Niederösterreich. Einige hundert Manifestanten waren bereits zu sehen. Auch die Polizei war bereits im Einsatz und kontrollierte Masken und Abstand - woraus sich erste Diskussion mit den Demonstranten ergaben.

Polizei warnt vor Teilnahme an rechtsextremen Demos

Vonseiten der Landespolizeidirektion wurde an die Bürger appelliert, Demonstrationen, die nicht angemeldet wurden, fern zu bleiben. Die Exekutive kontrollierte das Geschehen nicht nur an Ort und Stelle, sondern ebenso diverse Social-Media-Kanäle.

Im Vorfeld warnte die Polizei, dass als Organisatoren vor allem "Rechtsextreme, radikale Verschwörungstheoretiker, Identitäre und Staatsverweigerer" in Erscheinung treten würden und auch dort anwesend sein werden. Grundsätzlich sei allen Bürgern von der Teilnahme an den Kundgebungen abgeraten. den Bürgern solle bewusst sein, "mit wem sie hier auf die Straße gehen", warnte der stv. Direktor für Öffentliche Sicherheit Reinhard Schnakl.

Experte über Rechtsextreme auf Corona-Demos

Rechtsextremismus-Experte Bernhard Weidinger vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes spricht darüber, wie Rechtsextreme Menschen mit Corona-Demos für ihre Ziele mobilisieren wollen.

Quelle: Redaktion / hos