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Corona-Demo in Vorarlberg: Autolenkerin überfuhr beinahe Polizisten

02. Feb. 2022 · Lesedauer 3 min

Bei einer Demo gegen Corona-Maßnahmen in Bregenz wären drei Polizisten beinahe von einer Autolenkerin überfahren worden, als diese direkt auf sie losfuhr. Die Beamten bleiben unverletzt.

Rund 230 Teilnehmer demonstrierten am Dienstag in Bregenz gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung. Dabei bekundete eine 51-jährige Frau in einem Auto mit Österreichflagge, Hupen und Parolen lautstark ihre Zustimmung zur Demo.

Weil sie dafür gegen 17.35 Uhr im Fließverkehr gegenüber der Demo stehen blieb, wollten Polizeibeamte eine Verkehrskontrolle durchführen. Die 51-Jährige beschleunigte jedoch und fuhr direkt auf drei Polizeibeamte zu. Die Polizisten bleiben unverletzt, weil sie sich durch einen Sprung zur Seite in Sicherheit brachten. Anschließend fuhr die Frau davon, erklärt die LPD Vorarlberg gegenüber PULS 24. Nun wird sie wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt und mehrerer Verwaltungsübertretungen angezeigt, bestätigt die Polizei.

Bei der nahegelegenen Corona-Demo wurden 60 Personen kontrolliert und 17 Anzeigen wegen Nichteinhaltung der Corona-Maßnahmen erstattet, heißt es in einer Aussendung der Polizei. Eine Person wurde festgenommen.

Wallner verurteilt Vorfall "auf das Allerschärfste

Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) betonte am Mittwoch im Landtag, dass der Vorfall "auf das Allerschärfste zu verurteilen" sei. Es sei eine rote Linie überschritten worden. Man werde mit allen Mitteln vorgehen, die der Rechtsstaat erlaube, kündigte Wallner an. Unterstützung erhielt er dabei von seinem Regierungskollegen Johannes Rauch (Grüne). Es sei eine Grenze erreicht, "an der man aufstehen und sagen muss: Dem treten wir mit allen rechtsstaatlichen Mitteln entgegen." Wallner betonte weiters, dass man sich in Vorarlberg nicht an Drohungen und Erpressungen gewöhnen werde. Diese bildeten keine Basis für ein Gespräch. Die Freie Bürgerpartei (FBP), die gegen die Corona-Maßnahmenpolitik der Bundesregierung auftritt, versucht mit täglichen Demonstrationen in Bregenz einen Gesprächstermin mit Landeshauptmann Wallner zu erhalten. Dieser lehnt mit dem Hinweis ab, dass er sich nicht erpressen lasse. Rauch hieß die Haltung des Landeshauptmanns gut, "wir sind von radikalen Menschen nicht erpressbar". Man müsse vielmehr Wege finden, die Demonstrationen einzugrenzen.

Sicherheitslandesrat Christian Gantner (ÖVP) stellte in einer Aussendung fest, dass ein Angriff auf die Exekutive "völlig inakzeptabel" sei. Der Vorfall reihe sich in eine Folge von Ereignissen ein, die sich bei und um die Demonstrationen herum in jüngster Zeit zugetragen hätten: aggressive Sprache, Drohungen in Richtung politisch Verantwortlicher, Nichteinhalten der Covid-Schutzmaßnahmen sowie versuchtes Eindringen auf das Privatgrundstück von Landeshauptmann Wallner und seiner Familie. "Hier können sich die Veranstalter der Demonstrationen nicht aus der Verantwortung nehmen, denn sie tragen zu dieser Stimmung und diesen indiskutablen Vorgängen bei", so Gantner, der eine klare und unmissverständliche Distanzierung vermisste. Die Veranstalter seien aufgefordert, endlich die notwendige Verantwortung für diese höchst bedenklichen Entwicklungen und Handlungen zu übernehmen.

Stephan HoferQuelle: Redaktion / hos