APA - Austria Presse Agentur

Corona bei Zwillingen: Der eine erkrankt schwer, der andere nicht

20. Dez 2020 · Lesedauer 2 min

In Italien infizierten sich Zwillingsbrüder gleichzeitig mit dem Corona-Virus – während der eine ums Überleben kämpfte, erkrankte der andere vergleichsweise leicht.

Gleiche Gene, gleiche Adresse, gleicher Arbeitsplatz, gleicher BMI, keine Vorerkrankungen – einziger Unterschied: einer der beiden Zwillingsbrüder ist verheiratet, der andere nicht. In Italien wurde nun ein Fallbericht publik, der mehr Fragen als Antworten aufwirft.

Gleichzeitig erkrankt

Am 9. März bekamen die beiden parallel Fieber, Atemnot und einen trockenen Husten. Zehn Tage später gingen sie ins Krankenhaus. Ein Test bestätigte die Infektion mit dem Corona-Virus. Bei beiden wurde eine Lungenentzündung diagnostiziert, beide erhalten eine Sauerstofftherapie, antivirale Mittel, Blutverdünner und Paracetamol.

Während sich der verheiratete Zwilling nach wenigen Tagen langsam erholt und er kurz vor der Entlassung steht, verschlechterte sich der Zustand des unverheirateten. Nach sieben Tagen wurde letzterer auf die Intensivstation verlegt und künstlich beatmet – er entwickelte durch eine zusätzliche bakterielle Infektion einen septischen Schock. Die Ärzte kämpfen um sein Leben. Nach einigen Tagen kommt er zurück auf die Normalstation. Weitere 17 Tage später wird auch er aus dem Krankenhaus entlassen.

Immunsystem oder Darm

Warum die beiden so unterschiedlich auf das Corona-Virus reagierten, können die Ärzte nicht abschließend beantworten, allerdings spekulieren verschiedene Ärzte über die Gründe. Möglich wäre zum Beispiel, dass sich der verheiratete Zwilling in der Vergangenheit mit einem harmlosen Corona-Erkältungsvirus infiziert hat und sein Immunsystem deshalb Sars-CoV-2 besser abwehren konnte.

Ein anderer Arzt hält es für möglich, dass eine unterschiedliche Darmflora die unterschiedlichen Verläufe erklären – er beruft sich auf Studien, laut denen unverheiratete Männer sich schlechter ernähren. Ob das bei den Zwillingen tatsächlich zutrifft, ist unklar.

Quelle: Redaktion / moe