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Bürgermeisterkandidat ignoriert Quarantäne für TV-Auftritt

18. Feb. 2022 · Lesedauer 2 min

In Tirol hat ein 96-jähriger Bürgermeisterkandidat für einen Fernsehauftritt die Quarantäne unterbrochen. Nun wurde er wegen des Verdachts auf fahrlässige Gefährdung angezeigt.

"Ich hatte überhaupt keine Symptome und dachte, mir fehlt nichts", rechtfertigt Walfried Reimar die Aktion. Der 96-Jährige, der für das Amt des Bürgermeisters in der Tiroler Gemeinde Steinach am Brenner kandidiert, ist trotz aufrechten Quarantäne-Bescheids und positivem Corona-Test außer Haus gegangen.

Aktion sei "Missverständnis"

"Ich wurde an diesem Nachmittag gefilmt und musste ein Interview geben", meint Reimar in einem Interview mit der "Tiroler Tageszeitung". Es soll sich bei dem Vorfall um ein Missverständnis gehandelt haben. Er habe gedacht, er sei bereits corona-negativ und könne die Quarantäne verlassen. Zudem sei ein Test zu diesem Zeitpunkt negativ gewesen, gibt der 96-Jährige den Beamten gegenüber an. Vorzeigen konnte Reimer das Test-Ergebnis jedoch nicht. Ermittlungen hätten allerdings laut "Tiroler Tageszeitung" bestätigt, dass der Bürgermeisterkandidat noch positiv war.

Das ganze "Drumherum" sei bereits geklärt und er habe auch mit der Polizei alles gesprochen, sagt Reimar. Für den 96-Jährigen könnte die Causa ernsthafte Konsequenzen haben. Wie die Exekutive mitteilte, wurde er wegen des Verdachts der fahrlässigen Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten bei der Staatsanwaltschaft Innsbruck angezeigt.

Der 96-Jährige geht bei der Wahl am 27. Februar in Steinach am Brenner als Herausforderer ins Rennen. Er war dort bereits einmal Ortschef.

Angela PerkonigQuelle: Agenturen / Redaktion / pea