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Brandinferno - Dritte Vernehmung für Schweizer Barbetreiber

11. Feb. 2026 · Lesedauer 3 min

Der Betreiber der Schweizer Inferno-Bar "Le Constellation" in Crans-Montana, Jacques Moretti, wird am Mittwoch von der Walliser Justiz erneut vernommen. Für den Besitzer der Bar, bei deren Brand 41 Menschen ums Leben kamen und 115 verletzt wurden, ist es die dritte Vernehmung, die zweite als Beschuldigter. Eine Mutter von zwei schwer verletzten jungen Frauen nimmt an den Verhandlungen teil.

Am 9. und 20. Jänner musste der gebürtige Korse bereits Fragen der Walliser Staatsanwälte beantworten. Er konnte seine Version der Ereignisse darlegen. Am Mittwoch sieht sich Moretti vor allem mehreren Dutzend Anwälten der Opfer gegenüber, da die Staatsanwaltschaft beschlossen hat, ihnen Zeit für Fragen zu geben. Die Anhörung soll den ganzen Tag dauern. Dabei geht es auch darum, Moretti mit den in den vergangenen Tagen gemachten Aussagen des derzeitigen und des ehemaligen Sicherheitsbeauftragten der Gemeinde Crans-Montana zu konfrontieren.

"Die Opfer erwarten von dieser Anhörung, dass Jacques Moretti klar auf ihre Fragen antwortet", sagte am Mittwoch Anwalt Gilles-Antoine Hofstetter, der betroffene Familien aus dem Kanton Waadt vertritt. Und er habe auch diese Hoffnung, aber keine Gewissheit. Laut Fabrizio Ventimiglia, dem italienischen Anwalt der Zivilparteien, werden am Mittwoch mehrere Themen behandelt. Es gehe insbesondere um Fragen zur Sicherheit, aber auch zur Anzahl der zum Zeitpunkt des Dramas anwesenden Personen sowie zum Verkauf von Alkohol an Minderjährige.

Leila Micheloud, Mutter von zwei jungen Frauen, die in der Silvesternacht Verbrennungen erlitten haben, nimmt in Begleitung ihres Anwalts Sébastien Fanti an der Befragung teil. "Meine Anwesenheit ist mein Weg der Heilung", sagte sie. "Indem ich hier bin, zeige ich, dass die Opfer nicht nur Namen auf einer Liste sind, sondern auch Gesichter haben. Ich erwarte Antworten. Die Wahrheit. Nicht mehr und nicht weniger", so die Walliserin.

Moretti war zunächst in Untersuchungshaft

Barbesitzer Moretti war am 9. Jänner in Untersuchungshaft genommen und 14 Tage später gegen eine Kaution von 200.000 Franken (rund 219.000 Euro) freigelassen worden. Wie seine Frau wurde er unter Zwangsmaßnahmen gestellt. Gegen das Paar wird derzeit wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Brandstiftung ermittelt.

Die Ehefrau von Jacques Moretti, Jessica Moretti, wird Donnerstagfrüh erneut von der Staatsanwaltschaft angehört. Auch bei ihrer Befragung sollen die Anwälte der Opfer Fragen stellen können.

Die Gerichtstermine seien für die Morettis wichtig. Sie seien aber auch "eine Tortur", die dadurch verstärkt werde, dass sie diese "in völliger Isolation erleben", erklärte Yaël Hayat, die Anwältin von Jessica Moretti, Mittwochfrüh gegenüber Franceinfo. Das Ehepaar Moretti habe von Anfang an gesagt, dass es sich nicht der Justiz entziehen wolle.

Zusammenfassung
  • Bei einem Brand in der Schweizer Bar 'Le Constellation' in Crans-Montana kamen 41 Menschen ums Leben und 115 wurden verletzt.
  • Barbetreiber Jacques Moretti wird am Mittwoch zum dritten Mal von der Walliser Justiz vernommen, diesmal stehen ihm mehrere Dutzend Anwälte der Opfer gegenüber, die erstmals Fragen stellen dürfen.
  • Gegen Moretti und seine Ehefrau wird wegen fahrlässiger Tötung, Körperverletzung und Brandstiftung ermittelt, er wurde nach 14 Tagen Untersuchungshaft gegen eine Kaution von 200.000 Franken (219.000 Euro) freigelassen.