APA/ALEXANDER STEININGER

Blutige Silvester-Bilanz in NÖ: 18-Jähriger tot, mehrere Verletzte und Brände

01. Jan. 2023 · Lesedauer 2 min

Im Bezirk Neunkirchen starb in der Silvesternacht ein 18-Jähriger, ein zweiter wurde schwer verletzt. Die beiden Teenager beugten sich laut Polizei über eine Kugelbombe, die zu früh zündete. Ein weiterer Jugendlicher schwebt nach einem Pyro-Unfall in Niederösterreich in Lebensgefahr, es kam auch zu Bänden.

Kurz nach Mitternacht sollen die beiden 18-Jährigen auf einem Feld in St. Johann am Steinfelde in Ternitz mit mehreren anderen Jugendlichen Pyro-Technik gezündet haben. Sie platzierten mehrere 50 Zentimeter lange Rohre aus Plastik, auf denen sie Kugelbomben platzierten. 

Die beiden Burschen sollen sich in unmittelbarer Nähe der Böller aufgehalten haben, als der zündete. Der Unfall zog einen großen Rettungseinsatz nach sich. Ein 18-Jähriger starb, der zweite wurde schwer verletzt und mit dem Rettungshubschrauber nach Graz ins Spital geflogen. Zwei weitere Jugendliche - 17 und 19 Jahre alt - wurden laut Polizei mit Verletzungen nach Wiener Neustadt ins Krankenhaus gebracht. Zwei Mädchen erlitten einen Schock.

Ein Anrainer berichtete von einem großen "Aufgebot an Menschen": "Alles war voller Einsatzfahrzeuge." Der Tatort wurde abgesperrt, das Landeskriminalamt Niederösterreich übernahm die Ermittlungen.

16-Jähriger in Lichtenau schwer verletzt

Neben dem Vorfall im Bezirk Neunkirchen gab es in Niederösterreich in der Silvesternacht zwei weitere Pyro-Unfälle mit herben Folgen. In Lichtenau (Bezirk Krems) wurde ein 16-Jähriger bei der Explosion eines Böllers schwer verletzt. Auch er musste per Hubschrauber ins Spital geflogen werden. Er schwebt in Lebensgefahr.

19-Jähriger verlor mehrere Finger

In Kollmitzberg, einer Katastralgemeinde von Ardagger im Bezirk Amstetten, wurden einem 19-Jährigen von einem Böller mehrere Finger abgerissen. Darüber hinaus erlitten bei dieser Explosion einige weitere Personen ein Knalltrauma.

Mehrere Brände

Polizeiangaben zufolge wurden in Niederösterreich in der Silvesternacht auch mehrere Brände verzeichnet. In Flammen gestanden seien im Bundesland etwa ein Rohbau sowie ein Carport.

Fast 350 Rettungseinsätze in NÖ

Überhaupt war es in Niederösterreich für die Helfer eine der forderndsten Silvesternächte seit Jahren: 346 Rettungseinsätze verzeichnete Notruf NÖ laut einer Aussendung. Dies war eine Steigerung von mehr als 30 Prozent gegenüber den vergangenen Jahren. Alleine in den Stunden von 22.00 bis 2.00 Uhr wurden 155 Rettungseinsätze gezählt. Neben akuter Erkrankungen mussten die Sanitäter und Notärzte zusätzlich 16 Mal wegen Verletzungen durch Feuerwerkskörper und Brände ausrücken, zwölf Mal wegen Alkoholmissbrauchs, zehnmal wegen Stürzen und fünf Mal wegen Raufereien.

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam