APA - Austria Presse Agentur

Belgrad: Morddrohungen an Journalisten kamen aus Österreich

22. Juni 2021 · Lesedauer 1 min

Der Belgrader Schriftsteller und Journalist Marko Vidojkovic hat kürzlich auf seinem Instagram-Profil Drohungen erhalten, die laut serbischem Innenministerium in Österreich verfasst worden waren.

Das Innenministerium Serbiens will sich an Interpol in Österreich wenden, um die Verantwortlichen zu identifizieren.

Hass für Kommentar über Ratko Mladic

Vidojkovic, der eine Sendung des regierungskritischen TV-Senders Nova S leitet, erhielt die Morddrohungen, nachdem er das rechtskräftige Urteil gegen den einstigen bosnisch-serbischen Militärchef Ratko Mladic kommentiert hatte. Mladic war des Völkermordes in Srebrenica und anderer Kriegsverbrechen für schuldig befunden worden und zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Vidojkovic sprach im Fernsehen vom "Genozid in Srebrenica". Offiziell lehnt Belgrad es jedoch nach wie vor ab, das von bosnisch-serbischen Truppen im Juli 1995 verübte Massaker in Srebrenica, bei dem rund 8.000 muslimische Männer (darunter auch Burschen und Buben) ermordet worden waren, als Völkermord zu bezeichnen. Stattdessen spricht man vom "schweren Verbrechen".

In der Drohung hieß es auf Serbisch, dass man ihn zuerst "abschlachten" und danach "zerstückeln" wolle. Nach Angaben des serbischen Journalistenverbandes NUNS wurden im Vorjahr 168 Angriffe auf Journalisten vermeldet. Dies ist die höchste Zahl seit 2008.

Quelle: Agenturen / lam