APA - Austria Presse Agentur

Babyelefant-Infokampagne kostete rund 3,2 Millionen Euro

23. Feb 2021 · Lesedauer 2 min

Fast 3,2 Millionen Euro flossen in die Kampagne des Bundeskanzleramts für den "Babyelefanten" - Agenturhonorar exklusive.

Der "Babyelefant" wurde 2020 zum Symbol für die Abstandsregeln zur Vermeidung einer Corona-Infektion in Österreich. Nicht zufällig wurde der kleine Elefant auch zum Wort des Jahres gewählt. Das ließ sich das Bundeskanzleramt auch den ein oder anderen Euro kosten. Insgesamt beliefen sich die Kosten für die Werbekampagne auf 3,17 Millionen Euro, wie aus einer aus der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der NEOS durch das Bundeskanzleramt hervorgeht.

1.3 Millionen Euro für Print-Werbung

Demnach machten den Löwenanteil bei den Ausgaben jene für Print-Produkte aus (1.328.607,83 Euro), gefolgt von Audiovisuelle Medien/TV-Spots (728.686,94) und Online-/Digitale Medien (700.788,47). Am unteren Ende der Skala folgten "Out of Home"-Werbung wie etwa Plakate (201.612 Euro), Hörfunk (194.776,01 Euro) und Soziale Netzwerke (21.607,66 Euro).

Babyelefant Kostenaufstellung in €

Konkret ging es in der Anfrage von NEOS-Mandatarin Henrike Brandstötter um jenen Werbespot, in dem die Regierung gemeinsam mit dem Roten Kreuz mittels "Babyelefant" dazu motivieren versuchte, sich an die Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus zu halten. Der im Rahmen der "Schau auf dich, schau auf mich"-Kampagne entstandene Spot, in dem ein als Elefant verkleidetes Kind darum bemüht ist, Menschen auseinander und auf Abstand zu halten, wurde u.a. auf dem YouTube-Kanal des Bundeskanzleramts veröffentlicht.

Zu sehen war der Clip in zahlreichen Medien. Zweck des Spots war es laut Kanzleramt, "die Maßnahmen der Bundesregierung (Abstand halten) in Erinnerung zu rufen".

Nicht umfasst ist in diesen Zahlen das Agenturhonorar. Das Kanzleramt verweist darauf, dass für die durch den Covid 19-Fonds finanzierte "Schau auf dich, schau auf mich"-Kampagne die Mediaagentur Wavemaker beauftragt wurde. Die Begleitung und Umsetzung dieser Aktivitäten sei durch Abruf der Leistungen aus einer Rahmenvereinbarung der Bundesbeschaffung GmbH (BBG) erfolgt.

"Das von der BBG ausverhandelte Agenturhonorar dieser BBG-Rahmenvereinbarung wird, abhängig vom gestaffelten Nettoschaltvolumen, prozentuell berechnet. Es wird um Verständnis ersucht, dass diese Vertragsdetails Geschäftsgeheimnisse darstellen, die nicht bekannt gegeben werden können", heißt es in der Anfragebeantwortung.

NEOS fehlt die Transparenz

Brandstötter kritisierte das Vorgehen gegenüber der APA: Auch nach einem Jahr Pandemie würden Kreativleistungen "von irgendwoher über das 'Nadelöhr Rotes Kreuz' kommen", sagte sie. Es sei nicht klar, "wer die Kreativleistung erbringt und noch weniger, wer wann wen dafür bezahlt". Verärgert zeigte sich die pinke Abgeordnete u.a. auch darüber, dass unklar sei, wie hoch die Provisionen für die Mediaagentur ausfallen.

Quelle: Agenturen