APA - Austria Presse Agentur

Auch Maeve Kennedys Sohn bei Kanu-Unfall gestorben

10. Apr 2020 · Lesedauer 3 min

Fast eine Woche nach dem Kanu-Unfall von Angehörigen des Kennedy-Clans herrscht traurige Gewissheit: Die Enkelin des US-Senators Robert F. Kennedy und ihr achtjähriger Sohn sind tot. Am Mittwoch fanden Taucher den Buben, von dem seit Donnerstag vergangener Woche jede Spur fehlte.

Fast eine Woche nach dem Kanu-Unfall von Angehörigen des Kennedy-Clans herrscht traurige Gewissheit: Die Enkelin des US-Senators Robert F. Kennedy und ihr achtjähriger Sohn sind tot. Am Mittwoch fanden Taucher den Buben, von dem seit Donnerstag vergangener Woche jede Spur fehlte.

Entdeckt wurde sein lebloser Körper in einer Bucht im US-Bundesstaat Maryland mehrere Meter unter Wasser, rund 600 Meter entfernt von der Stelle, wo am Montag bereits die Leiche seiner Mutter Maeve Kennedy Townsend McKean gefunden wurde. Das teilte die zuständige Polizeistelle am Mittwoch mit.

Die Lage war seit Tagen hoffnungslos. Gideon und Maeve Kennedy Townsend McKean waren mit einem Kanu rausgefahren, um einen Ball zu holen, der beim Spielen im Garten in die Bucht gefallen war. Sie kehrten nicht zurück. Nach der Bergung des leeren Kanus durch die Küstenwache galten die beiden als tot.

Vater und Ehemann David McKean änderte daraufhin sein Profilfoto auf Facebook: Eine strahlende fünfköpfige Familie blickt in die Kamera. Liebevoll beschreibt McKean seine Frau und seinen ältesten Sohn in einem am Freitag vor einer Woche veröffentlichten Eintrag, in dem er über das Unglück berichtet. "Man konnte Maeves Lachen einen Block entfernt hören - und sie lachte viel. Sie war magisch." Mit Blick auf Gideon habe er sich immer Sorgen gemacht, dass er "zu perfekt war, um auf dieser Welt zu existieren". Zurück bleiben auch die siebenjährige Tochter Gabriella und der zweieinhalb Jahre alte Sohn Toby.

Die McKeans waren wegen der Corona-Pandemie von der Hauptstadt Washington zu einem Anwesen von Maeves Mutter Kathleen Kennedy Townsend - die frühere Vizegouverneurin von Maryland - gereist, um sich dort in Heimquarantäne zu begeben. An der Chesapeake Bay, einer Bucht, die später in den Atlantik mündet, sollten die Kinder mehr Platz zum Spielen haben, wie David McKean erklärte. Das Wasser am Haus sei normalerweise gut vor Wind geschützt, aber das Kanu sei offenbar abgetrieben worden.

Das Unglück reiht sich ein in etliche tragische Vorfälle, die der in den USA legendäre Kennedy-Clan über die Jahrzehnte erlebt hat. Zahlreiche Mitglieder der Politiker-Dynastie starben frühzeitig. McKean's Großvater Robert "Bobby" Kennedy (1925-1968) fiel während des Vorwahlkampfes um die Präsidentschaft 1968 in Los Angeles einem Attentat zum Opfer.

Fünf Jahre zuvor war sein älterer Bruder und damaliger US-Präsident John F. Kennedy bei einer Fahrt durch Dallas im Bundesstaat Texas ermordet worden. Im Juli 1999 kamen der Präsidentensohn John F. Kennedy Junior, seine Ehefrau Carolyn Bessette-Kennedy und deren Schwester Lauren Bessette bei einem Flugzeugabsturz vor der Ostküste der USA ums Leben. Im vergangenen August starb eine andere Enkelin von Robert Kennedy, Saoirse Kennedy Hill, infolge einer Überdosis im Alter von 22 Jahren auf dem Familienanwesen in Hyannis Port im Bundesstaat Massachusetts.

Nach dem Fund der Leiche ihres Enkels drückte Kathleen Kennedy Townsend im Namen der Familie den Einsatzkräften und der Regierungsspitze von Maryland ihre Dankbarkeit für die "unermüdliche Arbeit" bei der Suche nach den Angehörigen aus. In einer Erklärung, die die US-Sender CNN und NBC am Mittwoch zitierten, sprach sie von einem "schrecklichen Verlust". Der Gouverneur von Maryland, Larry Hogan, zeigte sich auf Twitter erschüttert und sprach von einem "verheerenden Verlust" für die Familie.

Quelle: Agenturen