AstraZeneca: Forscher haben offenbar Thrombose-Ursache gefunden

19. März 2021 · Lesedauer 2 min

Forscher der Unimedizin Greifswald haben offenbar die Ursache für Hirnthrombosen nach der AstraZeneca-Impfung gefunden – bei einigen Menschen soll das Vakzin einen Abwehrmechanismus auslösen.

Wie der NDR berichtet, haben die Forscher Blutproben von sechs Thrombosepatienten untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass der Impfstoff die Blutplättchen (Thrombozyten) aktiviert. Ein Vorgang, der bei der Wundheilung normal ist – das Blut gerinnt und verschließt die Wunde. Bei einigen Patienten werde ein "Mechanismus aktiviert, der zur Bildung von Blutgerinnseln im Gehirn führe". Dieser Mechanismus sei so klar identifiziert worden, dass auch eine gezielte Behandlungsmöglichkeit entwickelt werden könne, schreibt der NDR. Man könne nun Betroffenen einen Wirkstoff verabreichen, der gegen die Thrombose hilft.

Zusammenarbeit mit Ärzten aus Österreich

Für den Erfolg sei die Zusammenarbeit zwischen dem deutschen Paul-Ehrlich-Institut und Ärzten aus Österreich verantwortlich. Wie bekannt, starb eine 49-jährige Krankenschwester in Niederösterreich nach der Impfung mit AstraZeneca. Das Mittel gegen Thrombosen kann allerdings nicht vorsorglich verabreicht werden – eine Behandlung sei nur nach der Bildung eines Blutgerinnsels möglich.

AstraZeneca zeitweise ausgesetzt

Fälle von Hirnvenenthrombosen mit Blutplättchenmangel in zeitlichem Zusammenhang mit einer Impfung hatten zum zeitweisen Stopp der AstraZeneca-Impfungen in Deutschland geführt. Hinweise darauf, dass die Impfungen tatsächlich die Vorfälle verursachten, hat die EU-Arzneimittelbehörde EMA nicht gefunden. Sie bekräftigte am Donnerstag die Sicherheit des Impfstoffs. Dieser soll nun mit der Warnung versehen werden, dass er in möglichen seltenen Fällen Hirnvenenthrombosen bei Frauen unter 55 Jahren verursachen könnte. Die Impfungen in Deutschland und einigen weiteren EU-Ländern sollten am Freitag wieder aufgenommen werden.

Quelle: Redaktion / moe