Asbest im Burgenland: Werte für Greenpeace besorgniserregend
Bei fünf Messungen in den beiden Gemeinden seien über 500 Asbestfasern pro Kubikmeter Luft festgestellt worden, wobei der Wert in vier Fällen unter Berücksichtigung der hohen Messunsicherheit laut Schuster auch über 1.000 liegen könnte. Dass die Taskforce die Ergebnisse als "innerhalb einer üblichen Schwankungsbreite" einordne und den Eindruck einer Entwarnung erwecke, kann der Umweltchemiker nicht nachvollziehen. Damit würden die Ergebnisse heruntergespielt. "Die Menschen und Gemeinden im Burgenland verdienen endlich Aufklärung und dringend notwendige Schutzmaßnahmen", meinte er.
Auch den Tipp für Privatpersonen, asbesthaltigen Schotter durch Asphaltierung zu binden, sieht er kritisch. Eine kurzfristige Abdeckung, um die Faserbildung zu verhindern, sei zwar sinnvoll, wenn eine behutsame Entfernung nicht gleich möglich sei, aber: "Eine Asphaltierung verschiebt das Problem nur in die Zukunft und macht es größer, weil am Ende noch mehr asbesthaltiger Bauschutt als gefährlicher Abfall entsorgt werden muss."
Die Taskforce des Landes hatte am Mittwoch betont, dass der von ihr selbst festgelegte Richtwert von 1.000 Fasern pro Kubikmeter in einer ersten Messreihe an keinem der 66 Messpunkte überschritten wurde. An acht Standorten wurden zwischen 540 und 830 Fasern pro Kubikmeter festgestellt. Bei trockenerem und wärmerem Wetter soll nun ein zweiter Messdurchgang folgen.
Zusammenfassung
- Greenpeace stuft die bei Luftmessungen im Burgenland festgestellte Asbestbelastung als besorgniserregend ein, da in Minihof-Liebau und Hannersdorf bei fünf Messungen über 500 Asbestfasern pro Kubikmeter Luft festgestellt wurden.
- Greenpeace kritisiert die Einschätzung der Taskforce als verharmlosend und lehnt den Vorschlag ab, asbesthaltigen Schotter durch Asphaltierung zu binden, da dies das Problem nur in die Zukunft verschiebe.
