APA - Austria Presse Agentur

Anschober: "Heute entscheiden wir über Situation in Intensivstationen in drei Wochen"

10. Dez 2020 · Lesedauer 2 min

Eine Überlastung des Gesundheitssystems konnte verhindert werden, sagte Gesundheitsminister Anschober. Derzeit seien 558 Intensivbetten von Covid-Patienten belegt. Die Lage auf den Intensivstationen sei aber nach wie vor kritisch.

Im Rahmen einer Pressekonferenz zur Lage auf den Intensivstationen sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne), dass der Höhepunkt überschritten sei. Die Maximalzahl habe bei 709 von Covid-Patienten belegten Betten gelegen. Die Zahl sei auf nun 610 belegte Betten zurückgegangen und liege am heutigen Tag bei 558. Anschober warnte, dass sich die Intensität der Aufgabe in den Krankenhäusern noch nicht reduziert habe.

"Brauchen einen Einser vorne"

"Heute entscheiden wir mit unserem Verhalten über Situation in Intensivstationen in drei Wochen", sagte Anschober. Die Zahlen in Österreich seien nach wie vor hoch. 

Anschober definierte neue Ziele für die kommenden Wochen. Die Zahl der Neuinfektionen müsse "in Richtung 1.000" nach unten gedrückt werden. Die Belegung der Intensivbetten durch Covid-Patienten müsse auf unter 300 sinken. Dies sei auch mit Hinblick auf Grippewelle wichtig, weil hier zusätzliche Ressourcen gebraucht werden. Die Sieben-Tage-Inzidenz liege derzeit bei 229 und habe sich "deutlich halbiert", aber liege ebenso deutlich über dem Wert von Deutschland: "Wir brauchen einen Einser vorne", definierte der Minister daher ein weiteres Ziel.

Reproduktionszahl unter Eins

Die heimischen Corona-Zahlen seien noch immer "extrem zu hoch", aber der Trend sei positiv. Als Beispiel führte Anschober den Reproduktionsfaktor an. Dieser sei von 1,44 zu Beginn des Teil-Lockdowns auf 1,13 zu Beginn des harten Lockdowns zurückgegangen. Derzeit pendle die Reproduktionszahl zwischen 0,81 und 0,84.

Es sei wichtig, unter 0,9 zu bleiben, um sicherzustellen, dass ein Corona-Infizierter im Durchschnitt weniger als eine weitere Person anstecke.

Dritte Welle wäre nicht zu verkraften

Eine weitere, dritte Welle wäre nicht zu verkraften, prognostizierte Herwig Ostermann, Geschäftsführer der Gesundheit Österreich (GÖG), "abgesehen von der personellen Belastung auch von den Kapazitäten her nicht". Dies würde nicht nur eine "Konkurrenz" zu den herkömmlichen Patienten, sondern auch mit jenen der zweiten Welle bedeuten.

Positiv ist jedoch seine Prognose für die kommenden Tage, was Österreich betrifft: Bis knapp vor Weihnachten, zum 22. Dezember hin, geht er von einer Anzahl der Intensivpatienten von unter 400 aus - bei einer Bandbreite von 300 bis 450. Die Prognose nimmt eine Entwicklung an, in der die täglichen Neuinfektionen auf 1.600 bis 1.700 Fälle sinken.

 

Der Artikel wurde am 10.12.2020 um 11:55 Uhr aktualisiert.

Quelle: Redaktion / apb