APA - Austria Presse Agentur

Anschober: "Die Lage ist sehr ernst"

23. Okt 2020 · Lesedauer 3 min

Die Corona-Zahlen steigen. In Österreich sind 25 Bezirke rot geschalten. Gesundheitsminister Rudolf Anschober appellierte deshalb bei seiner wöchentlichen Pressekonferenz an die Bevölkerung, auf Feiern zu verzichten und die Maßnahmen einzuhalten.

Die Lage sei "sehr ernst", sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) bei der Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage. Weltweit würden die Corona-Zahlen steigen und Europa sei mit einem Drittel der weltweiten Neuinfektionen derzeit das Epizentrum der Pandemie.

"Was wir brauchen, ist die Stimmung des Frühlings", sagt Anschober. Dann könnte auch ein weiterer Lockdown verhindert werden. 

Heuer geht die Post nicht ab

Anschober richtete hinsichtlich der Herbstferien auch einen Appell an die Bevölkerung. "Wenn es irgendwie geht, bleiben Sie zu Hause", sagte er. Die Feiertage könnten ein Risiko darstellen. 

Analyse der Pressekonferenz

Einen zweiten Appell richtet er deshalb auch mit Blick auf Allerheiligen und Halloween. "Ich wünsche allen, dass die Post abgeht - im Jahr 2021, aber nicht heuer." Anschober bat darum, dieses Jahr auf Feiern zu verzichten und auch an Allerheiligen die Abstands- und Hygienemaßnahmen einzuhalten.

Chaos um Verordnung

Anschober wiederholte auch die mit Sonntag geltenden Maßnahmen: Beispielsweise gilt dann der Mund-Nasen-Schutz wieder beim Betreten öffentlicher Innenräume und der Mindestabstand ist wieder verpflichtend.

Zur Verzögerung bei der Veröffentlichung der zugrundeliegenden Verordnung sagte Anschober, es habe noch offene Fragen gegeben und man habe deshalb externe Berater eingebunden. "Es ist nicht wichtig, ob Mittwoch oder Donnerstag der Veröffentlichungstag ist, wichtig ist dass die Verordnung wirkt", sagt er.

PULS 24 Chefredakteur Stefan Kaltenbrunner widerspricht. Er sagt: "Damit schafft man kein Vertrauen in der Bevölkerung." Das sei nicht sehr professionell. 

Stopp-Corona-App 1,1 Millionen Mal heruntergeladen

Wichtige Maßnahmen seien auch, mehr zu testen und die "Stopp-Corona-App" des Roten Kreuzes. Bislang sei die App 1,1 Millionen Mal heruntergeladen worden. Anschober sagte: "Machen Sie mit, es ist so einfach".

Daniela Schmid, Sprecherin der Corona-Kommission ortete eine Müdigkeit in der Bevölkerung. Diese sei nicht nötig, denn "die Maßnahmen wirken", sagte sie.  

Mehr Covid-Patienten in Spitälern

Um die Lage zu verdeutlichen, hat Anschober auch einen Zahlenvergleich angestellt. Die 7-Tages-Inzidenz in Österreich liege bei 134, das sei vergleichbar mit den Zahlen in Italien und deutlich höher als in Deutschland. In vielen europäischen Ländern würden deshalb wieder Verschärfungen und Teil-Lockdowns beschlossen werden. "Genau dort wollen wir nicht hin", sage Anschober. Einen Lockdown zu verhindern, sei nach wie vor das erklärte Ziel der Bundesregierung.

Die Kurve bei den Hospitalisierungszahlen und den intensivmedizinischen Betten steige an, sagte er. Am 15. Oktober sei die Auslastung von Intensivbetten bei sechs Prozent gelegen, diese Woche bereits bei acht Prozent und für kommende Woche werde eine Auslastung von 12 Prozent prognostiziert. Der Trend gehe nach oben, aber noch gebe es "sehr viel Luft nach oben".

Quelle: Redaktion / spe