Anhörungen zu Brandkatastrophe in Hongkong gestartet
Die Kommission sammelte mehr als eine Million Dokumente, darunter schriftliche Zeugenaussagen sowie Bilder und Videos von Bewohnern, Bauarbeitern und Feuerwehrleuten. Vermutlich werde die direkte Brandursache nie gefunden, aber es sei "sehr wahrscheinlich, dass es Zigarettenstummel waren", sagte Dawes. "Die Bewohner hatten sich wiederholt darüber beschwert."
Dawes präsentierte auch Beweise für die Verwendung minderwertiger, leicht brennbarer Netze, die an den Baugerüsten aus Bambus rund um die Gebäude montiert waren. "Die Bewohner wurden offensichtlich getäuscht", sagte der Anwalt.
Er präsentierte zudem ein Video, auf dem Bewohner von einem der Hochhäuser zu sehen sind, die vergeblich versuchen, eine Feuerspritze zu benutzen oder den Feueralarm auszulösen, während sich die Flammen ausbreiten. Die Brandschutzvorrichtungen funktionierten nicht. Dawes zufolge stellten auch einstürzende Bambus-Baugerüste die Feuerwehrleute vor "enorme Schwierigkeiten".
Vor der Kommission sollen Regierungsvertreter, ehemalige Bewohner des Wohnkomplexes, Bauunternehmer sowie Vertreter des Verwaltungskomitees des Hochhauskomplexes angehört werden. Der Brand im Wohnkomplex Wang Fuk Court im nördlichen Stadtteil Tai Po hatte Ende November mehr als 40 Stunden lang gewütet. Das Feuer erfasste sieben der acht Hochhausblöcke der Wohnanlage, zu der insgesamt fast 2.000 Wohneinheiten gehören.
Zusammenfassung
- Knapp vier Monate nach dem verheerenden Brand im Hochhauskomplex Wang Fuk Court in Hongkong mit 168 Todesopfern hat eine Untersuchungskommission öffentliche Anhörungen gestartet.
- Das Feuer wütete Ende November mehr als 40 Stunden, betraf sieben der acht Hochhausblöcke mit fast 2.000 Wohneinheiten und wurde vermutlich durch Zigarettenstummel sowie leicht brennbare Baugerüstnetze ausgelöst.
