APA - Austria Presse Agentur

Zahlreiche Gegner der Corona-Maßnahmen wollen trotz Demoverbot in Wien "spazieren"

31. Jan 2021 · Lesedauer 2 min

In den vergangenen Monaten kam es am Wochenende in Wien und anderen Städten immer wieder zu Anti-Corona-Demonstrationen, bei denen sämtliche Corona-Vorschriften missachtet wurden und zahlreiche Proponenten der rechtsextremen Szene aufmarschierten.

Auch dieses Wochenende sollte es in der Bundeshauptstadt zu Großdemos kommen, die Polizei hat sie allerdings alle samt verboten. Nun werden "Spaziergänger" in der City erwartet.

Ursprünglich waren für das Wochenende 17 Versammlungen angemeldet worden, von denen 15 am Freitag untersagt wurden. Die FPÖ kündigte daraufhin kurzerhand an, selbst eine Versammlung anzumelden und so gegen das Demo-Verbot zu demonstrieren. Allerdings wurde am Samstag auch diese Versammlung untersagt. Die Polizei begründete dies mit erwarteten "Gesetzwidrigkeiten in großem Ausmaß" und drohte im Falle des Zuwiderhandelns mit der Auflösung der Versammlung und saftigen Strafen von bis zu 720 Euro.

Kickl ruft "zur Besonnenheit auf"

Die FPÖ reagierte empört, rief aber die Menschen dazu auf, das Verbot zu beachten. "Wir rufen alle Regierungskritiker trotz der beunruhigenden Entwicklungen zur Besonnenheit auf", schrieb Klubobmann Herbert Kickl auf Facebook. Zahlreiche Menschen kündigten daraufhin auf seiner Seite an, trotzdem in die Stadt zu einem "Spaziergang" zu kommen. Die Polizei sagte auf APA-Anfrage, dass sie auf jeden Fall mit einem Menschenaufkommen rechnet, über das genaue zu erwartende Ausmaß äußerte sie sich aber nicht.

Erzdiözese warnt vor pseudo-"christlicher" Demo

In mehreren Aufrufen auf sozialen Medien war auch die Rede davon, religiöse Symbole mitzubringen, um sich auf die Religionsfreiheit berufen zu können. Die Erzdiözese Wien hat deshalb eindringlich vor einer als "christliche Prozession" getarnten Corona-Demonstration gewarnt und dieses Vorhaben als einen Missbrauch der Religionsfreiheit verurteilt. Die Kirche reagiere damit auf die Aufrufe im Internet, wie der Sprecher der Erzdiözese Wien, Michael Prüller, am Sonntag im Interview mit Kathpress erklärte.

Quelle: Agenturen