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Amnesty kritisiert Litauen wegen Umgangs mit Flüchtlingen

27. Juni 2022 · Lesedauer 2 min

Amnesty International (AI) wirft Litauen vor, im Umgang mit Flüchtlingen verschiedener Nationalitäten aus dem Nachbarland Belarus gegen Menschenrechte zu verstoßen.

Während man Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine mit offenen Armen empfange, würden Schutzsuchende aus Ländern wie dem Irak oder Syrien rechtswidrig inhaftiert, misshandelt und abgeschoben. Das ergebe die Befragung von Migranten in zwei litauischen Haftzentren, heißt es in einem am Montag veröffentlichten AI-Bericht.

Zugleich warf Amnesty der EU vor, das Vorgehen in dem baltischen Mitgliedsland untätig zu dulden.

Migranten: Erniedrigungen und unmenschliche Haftbedingungen

Dem Bericht zufolge klagten Migranten in den Befragungen über Erniedrigungen durch die Behörden und unmenschliche Haftbedingungen. "Die litauischen Behörden halten Tausende von Menschen monatelang willkürlich in heruntergekommenen Haftzentren unter Militärführung fest, wo sie Folter und anderen Misshandlungen ausgesetzt sind", kritisierte Amnesty. "Ihnen wird der Zugang zu fairen Asylverfahren verwehrt, damit sie "freiwillig" in die Länder zurückkehren, aus denen sie geflohen sind."

Litauens Innenministerin weist Vorwürfe zurück

Litauens Innenministerin Agne Bilotaite wies die Vorwürfe zurück und kritisierte ihrerseits Amnesty dafür, den Kontext der Situation nicht bewertet zu haben. Demnach handle es nicht um Migrationsprozesse und auch nicht um Flüchtlinge, die vor dem Krieg flöhen.

Litauen wirft dem autoritär regierten Nachbarland Belarus unter Machthaber Alexander Lukaschenko vor, in organisierter Form Migranten aus Krisenregionen an die Grenze zu bringen. Im vergangenen Spätsommer war die Situation an der EU-Außengrenze eskaliert. Tausende versuchten, illegal in die Europäische Union zu gelangen.

Quelle: Agenturen / ddj