APA - Austria Presse Agentur

Ärztekammer empfiehlt Wechsel bei Impfstoffen auf Patientenwunsch

06. Juli 2021 · Lesedauer 2 min

Beim ersten Stich AstraZeneca, beim zweiten einen mRNA-Impfstoff? Studien bescheinigen dem eine bessere Schutzwirkung. Nun stellt sich auch die Ärztekammer dahinter.

Die Ärztekammer empfiehlt klar ein heterologes Impfschema. Hinter dem Ausdruck verbirgt sich ein Wechsel der Impfstoffe zwischen erster und zweiter Teilimpfung, eine sogenannte Kreuz- oder Mischimpfung. "Ich würde als Zweitimpfung empfehlen, einen mRNA-Impfstoff zu wählen", sagte Thomas Szekeres, Präsident der Österreichischen Ärztekammer, am Dienstag im "Ö1"-Mittagsjournal. Denn die Studienergebnisse "sind sehr ermutigend."

Der Wechsel von AstraZeneca auf einen mRNA-Impfstoff (z.B. BioNTech oder Moderna) wird in mehreren Ländern bereits durchgeführt. In Deutschland empfiehlt ihn auch die zuständige Ständige Impfkommission (STIKO). Die Wirkung soll laut aktuellen Studienergebnissen deutlich höher sein als wenn zweimal AstraZeneca verimpft wird. Die Empfehlung des europäischen Impfgremiums liegt noch nicht vor. 

NIG-Empfehlung erwartet

Am Montag hat das Nationale Impfgremiums (NIG) seine Anwendungsempfehlung angepasst, Kreuzimpfungen dürfen nun angeboten werden, werden aber nur auf Patientenwunsch verabreicht. Der Ärztekammerpräsident geht davon aus, dass das österreichische Gremium bald mit einer eigenen Empfehlung folgen wird. 

Szekeres beruhigt aber, wenn man Vakzine nicht mischt: "Es macht auch nichts, wenn man sich zwei Mal mit dem selben Impfstoff impfen lässt. Wichtig ist, dass man sich zwei Mal impfen lässt."

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NIG: Dreitägige Schonzeit nach Impfung

Das NIG hat in seiner aktualisierten Anwendungsempfehlung für die Corona-Schutzimpfung auch den Passus ergänzt, dass drei Tage nach der Impfung körperliche Schonung empfohlen wird, Leistungssport sollte überhaupt vermieden werden. 

Quelle: Agenturen