APA - Austria Presse Agentur

980 Coronavirus-Todesfälle an einem Tag in Großbritannien

10. Apr 2020 · Lesedauer 3 min

Großbritannien hat erstmals mehr Todesfälle an einem einzigen Tag durch das Coronavirus verzeichnet als Italien, nämlich 980. Das teilte Gesundheitsminister Matt Hancock am Freitag mit. In Italien, das bisher in Europa mit 969 Toten an einem Tag den traurigen Rekord gehalten hatte, und Spanien ging die Zahl der Todesfälle dagegen weiter zurück.

Großbritannien hat erstmals mehr Todesfälle an einem einzigen Tag durch das Coronavirus verzeichnet als Italien, nämlich 980. Das teilte Gesundheitsminister Matt Hancock am Freitag mit. In Italien, das bisher in Europa mit 969 Toten an einem Tag den traurigen Rekord gehalten hatte, und Spanien ging die Zahl der Todesfälle dagegen weiter zurück.

Spanien verzeichnete sogar die niedrigste Zahl neuer Todesfälle seit dem 24. März. Innerhalb von 24 Stunden seien 605 verstorbene Patienten erfasst worden, die Gesamtzahl belaufe sich nun auf rund 15.800, teilte das Gesundheitsministerium mit. Am Donnerstag waren noch 683 Tote registriert worden, zeitweise waren mehr als 900 Opfer pro Tag gemeldet worden.

Mittlerweile geht aber auch die Zuwachsrate der Neuinfektionen weiter zurück: Sie lag nur noch bei drei Prozent. Die Gesamtzahl der verzeichneten Fälle belief sich auf 157.000. "Die absteigende Tendenz setzt sich fort", sagte die Sprecherin der Behörde für Gesundheitliche Notfälle (CCAES), Maria Jose Sierra.

Bis Freitagmittag kamen binnen 24 Stunden 3.500 erfasste als genesen geltende Covid-19-Patienten hinzu, mehr als 55.000 Menschen sind somit nach der offiziellen Statistik wieder gesund. Die Region La Rioja im Norden des Landes meldete erstmals seit Beginn der Krise mehr entlassene Patienten als Neuansteckungen.

Das Parlament hatte am Donnerstag eine Verlängerung des Alarmzustands samt Ausgangssperre bis Mitternacht des 25. April gebilligt. Anschließend könnte es schrittweise Lockerungen für die Bevölkerung geben, wenn die positive Entwicklung anhält.

Auch in Italien sinkt die Zahl neuer Coronavirus-Todesopfer weiterhin. Nachdem am Donnerstag in 24 Stunden 610 Tote gemeldet worden waren, waren es am Freitag 570, womit die Zahl der Gestorbenen seit Pandemie-Beginn auf insgesamt 18.849 angewachsen ist. Die Zahl der Infizierten erreichte 98.273, jene der Patienten auf der Intensivstation lag bei 3.497 Personen, das sind gegenüber Donnerstag 107 weniger.

Am siebenten Tag in Folge war die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen rückgängig, was eine wichtige Entlastung für die Krankenhäuser bedeute, teilte der Zivilschutz mit. 28.242 Covid-Patienten befanden sich noch in den italienischen Spitälern. Die Zahl der Genesenen stieg auf 30.455.

In der Lombardei, der am stärksten betroffenen italienischen Region, wurden 216 Opfer an einem Tag gemeldet, wodurch dort die Zahl der Toten seit Beginn der Pandemie auf 10.238 stieg. Die Zahl der Infizierten lag bei 29.530. 1.202 Patienten lagen auf der Intensivstation, das sind 34 weniger als am Donnerstag.

Nach der Lombardei ist nach wie vor die Emilia Romagna die am stärksten betroffene Region, und zwar mit 2.397 Todesopfern, gefolgt vom Piemont mit 1.532. In Kärntens Nachbarregion Friaul Julisch Venetien starben bisher 179 Personen, die Zahl der Infizierten stieg dort bis Freitag auf 2.349.

Italien hat mittlerweile die Ausgangssperre um drei Wochen bis zum 3. Mai verlängert. Dies verkündete Ministerpräsident Giuseppe Conte bei einer Pressekonferenz am Freitag. Beschlossen wurde eine leichte Auflockerung des Produktionsstopps. Ab Dienstag sollen unter anderem Buch- und Schreibwarengeschäfte sowie Shops mit Baby- und Kinder-Kleidung öffnen dürfen. Auch im Bereich der Holzwirtschaft aktive Betriebe können die Produktion neu starten.

Das Durchschnittsalter der Covid-19-Toten in Italien liegt bei 80 Jahren. Die Mehrheit seien Männer mit Vorerkrankungen, sagte der Präsident von Italiens Oberstem Gesundheitsinstitut (ISS), Silvio Brusaferro, am Freitag in Rom. Die Epidemiekurve gehe in Italien zurück. Dies bezeuge, dass der "Lockdown" greife, so der Experte. Positiv sei auch die Entwicklung in Mittel- und Süditalien, wo die Zahl der Neuinfizierten zurückgehe.

Wichtig sei es jetzt, über die Osterfeierlichkeiten die Ausgangssperre zu berücksichtigen und Menschenversammlungen zu vermeiden. "Die soziale Distanzierung muss weiterhin streng eingehalten werden", mahnte Brusaferro.

Quelle: Agenturen